Nach acht Jahren ist Schluss

Ein letztes gemeinsames Foto: Die scheidende Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH, Elisabeth Ulmer, mit dem ärztlichen Direktor der Klinik Schongau, Dr. Ruprecht von Welzer, ihrem Nachfolger Reinhold Socher, Landrat Friedrich Zeller und dem Betriebsratsvorsitzenden Joseph Miller (v. li.). Foto: Peters

Am Ende musste Elisabeth Ulmer noch einmal kämpfen. Der Gegner war diesmal jedoch kein Vertreter einer Krankenkasse oder einer Medizinfirma, es ging nicht um Geld oder Personalstellen. Die Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH kämpfte wacker gegen die Tränen, als sich die rund 100 Gäste im voll besetzten Zelt auf dem Krankenhausgelände erhoben und der 52-Jährigen applaudierten. Es war ein Zeichen der Dankbarkeit und des Respekts für eine Frau, die acht Jahre lang gekonnt die Geschicke der GmbH gelenkt und nun zu ihrer Verabschiedung geladen hatte.

Manch einer wollte gar nicht mehr aufhören zu klatschen, ganz so, als ließe sich Ulmer dadurch vielleicht doch noch zur Fortsetzung ihrer Arbeit bewegen. Doch die scheidende Geschäftsführerin kämpfte tapfer weiter, bis schließlich der Applaus langsam verebbte. Es war Ulmers letzter großer Auftritt am vergangenen Dienstag. Und natürlich waren viele Wegbegleiter der Einladung zur Verabschiedung ins Festzelt auf dem Schongauer Klinikgelände gefolgt: Landrat Friedrich Zeller durfte ebenso wenig fehlen wie die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Aufsichtsräte, Vertreter der Kranken-kassen, Chefärzte und Mitarbeiter. Zeller war es dann auch, der als Erster zum Rednerpult schritt, um Worte zum Abschied zu sprechen. Der Aufsichtsratsvorsitzende erinnerte an die schwierigen Aufgaben, die Ulmer zu bewältigen hatte. Angefangen bei der Schließung der Chirurgie in Peißenberg bis hin zur Abgabe der Trägerschaft der Penzberger Klinik nach Starnberg. Er lobte Ulmer für ihr „analytisches Denk- und Urteilsvermögen“ und dafür, dass sie es geschafft habe, die verschiedenen Häuser „gedanklich wie ein Krankenhaus zu führen“. Der ärztliche Direktor der Klinik Schongau, Dr. Ruprecht von Welzer, der Ulmer schon aus gemeinsamer Zeit im Krankenhaus Tutzing kennt, ärgerte sich, dass „ich nun schon zum zweiten Mal gescheitert bin, Sie von einem Abschied abzuhalten“. Mit Ulmer verliere die GmbH eine geschickte Unterhändlerin, die ihre Gegenüber bei Preisverhandlungen regelmäßig zum Verzweifeln gebracht habe, erklärte er. „Die nette Atmosphäre war dabei Ihr großes Erfolgsgeheimnis.“ Überhaupt habe die Klinikchefin immer ein offenes Ohr für akute Probleme gehabt. „Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.“ An Reinhold Socher gewandt, der Ulmer vorerst als Geschäftsführer nachfolgt, fügte von Welzer hinzu: „Ich hoffe, das bleibt in Zukunft so.“ Der Betriebsratsvorsitzende Joseph Miller wunderte sich, dass Ulmer sich nicht in London als Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen befinde, schließlich habe sie in den vergangenen acht Jahren viele hohe Hürden genommen. „Wir haben dabei immer vertrauensvoll zusammengearbeitet.“ Anschließend ergriff die Hauptperson des Abend das Wort. Ernst und gefasst erinnerte Ulmer wie ihre Vorredner noch einmal daran, dass es keine „einfache Zeit“ gewesen sei. „Doch die Weichen sind gestellt, ich bin mir sicher, dass die GmbH in naher Zukunft schwarze Zahlen schreibt“, blickte die 52-Jährige nach vorn, ehe sie sich bei allen herzlich bedankte. Bedeckter hielt sie sich dagegen, was ihre eigene Zukunft betrifft. Am 30.September endet ihr Arbeitsverhältnis offiziell. Wohin es für Ulmer dann geht, blieb auch an diesem Abend ihr Geheimnis.

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