Nächtlicher Großeinsatz in Schongau

Ein Wasserrohrbruch der außergewöhnlichen Art

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Mit schwerem Gerät wurde die betroffene Leitung freigelegt.

Schongau – Gurgelnde Leitungen, ein riesiger See unterhalb des Hollbergs: Ein Wasserrohrbruch hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Polizei, Feuerwehr und Stadtwerke in Schongau in Atem gehalten. Erst am Nachmittag war das Leck geflickt.

Walter Frömmrich hat in seiner Laufbahn schon viel erlebt, doch das, was seine Mitarbeiter am vergangenen Freitagmittag in vier Meter Tiefe am Gartenweg freilegten, war dem technischen Werkleiter der Stadtwerke in all den Jahren noch nicht untergekommen. Auf einer Länge von zwei Metern war das Rohr, das als eine von zwei Leitungen die Altstadt mit Wasser versorgt, aufgeplatzt. 

Der gewaltige Riss erklärt auch, weshalb binnen einer guten Stunde zwischen 60 und 80 Kubikmeter Wasser austreten konnten, die den Bereich unterhalb des Hollbergs in eine Seenlandschaft verwandelten. So lange dauerte es, bis Stadtwerke-Mitarbeiter Alex Brunner alle nötigen Schieber betätigt hatte, um das Wasser an der betroffenen Stelle abzudrehen. Dabei kam ihm zugute, dass er nicht lange nach dem Leck suchen musste. „Die Polizei hatte den Wasseraustritt bereits gemeldet“, sagt Frömmrich.

Vor Ort stellten die Einsatzlräfte schnell fest, dass der Rohrbruch noch weitere Schäden verursacht hatte. Durch den enormen Druck, mit der das Wasser in vier Meter Tiefe aus der geborstenen Leitung austrat, war der Asphalt auf einer Fläche von 80 Quadratmetern um teils bis zu sieben Zentimeter angehoben worden. 

Bis Freitagnachmittag um 14 Uhr dauerte es, bis die defekte Leitung freigelegt war, denn die Stadtwerke-Mitarbeiter hatten gleich mit mehreren widrigen Umständen zu kämpfen. „Wir mussten erst einmal einen großen Bagger auftreiben, das ist in dieser Jahreszeit keine leichte Sache“, erklärte Frömmrich. Hinzu kam, dass ausgerechnet an der betroffenen Stelle Strom- und Telekom-Leitungen oberhalb des Wasserrohrs verliefen. „Wir mussten daher ein sehr großes Loch ausheben.“

Immer wieder stürzten dabei aufgrund des nassen Erdreichs die Wände der Grube ein. Als das Ziel endlich erreicht war, ging es schnell. „Die Reparatur war in einer Stunde erledigt“, berichtet der Stadtwerke-Leiter. Dafür sägten seine Mitarbeiter das defekte Stück heraus und ersetzten es durch ein neues Rohr. Um 15.30 Uhr ging die Leitung wieder in Betrieb. 

Das Malheur an der Altenstadter Straße hatte nur geringe Auswirkungen auf die Altstadt. Dank Ringnetz sei die Wasserversorgung die ganze Zeit gewährleistet gewesen, so Frömmrich. Dass das Wasser teils trüb aus dem Hahn kam, begründet er mit der vielen Luft, die sich durch die Abschaltung in der Leitung befand. Am Unglücksort selbst wurde am Montag mit dem Auffüllen der Grube begonnen. 

Anschließend wird die Deckschicht wiederhergestellt – vorerst allerdings aus Beton, weil Asphalt derzeit nicht zu bekommen ist. „Im Frühjahr wird das dann ausgetauscht“, kündigt Frömmrich an. Warum das Rohr geborsten ist, darüber kann er nur spekulieren. „Wir werden es wohl nie erfahren.“

Christoph Peters

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