Kosten für Brunnen belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro

Beim Trinkwasser ein zweites Standbein

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Symbolischer Spatenstich im Staatswald. Von links: Geologe Horst Tauchmann (Firma GUT aus Marktoberdorf), Walter Frömmrich (Stadtwerke), Bürgermeister Falk Sluyterman und Johannes Abt (Mindelheim) vor dem Bohrfahrzeug.

Schongau/Denklingen – Die Formulierung „aus sicherer Quelle“, im Journalismus des Öfteren eingesetzt, hat da eine wortgetreue Bedeutung: Mit dem Brunnen, der im Staatswald auf Denklinger Flur errichtet werden soll, soll die Trinkwasserversorgung für Schongau und einige umliegende Gemeinden auf ein zweites Standbein gestellt werden.

Drei Jahre liegt inzwischen die erste von bisher 15 Bohrungen im Schongauer Heilig-Geist-Wald beziehungsweise im angrenzenden Staatsforst zurück. Nun ist mit dem Griff zum Spaten der Beginn des Ausbaus der Wasserversorgung offiziell begangen worden. 

Zwei Jahre wird es dauern, bis die Versorgung inklusive der Leitungen fertiggestellt wird, blicken Bürgermeister Falk Sluyterman und Walter Frömmrich von den Schongauer Stadtwerken voraus. Die Investitionen betragen zirka zwei Millionen Euro. Sie werden über den Wasserpreis auf die Haushalte umgelegt.

Weitere Kommunen mit ins Boot nehmen 

Es ist davon auszugehen, dass andere Gemeinden an die neue Trasse vom Staatswald bis nach Schongau anknüpfen. So hat Bürgermeister Albert Hadersbeck neulich auf der Bürgerversammlung erklärt, dass man zwecks Versorgungssicherheit für den Ortsteil Schwabniederhofen an dieser Trasse anzapfen wolle. 

Die Gemeinde Denklingen verfügt bisher eine Versorgung über den Brunnen am Bachweg südlich der Ortschaft. Von dort wird das kostbare Trinkwasser eingespeist, das in einer vier Kilometer langen Leitung auch nach Epfach gelangt. 

Der Ortsteil Dienhausen hat eine eigene Fassung im Sachsenrieder Forst (Richtung Osterzell). Bürgermeister Michael Kießling bezeichnet ein zweites Standbein als „hilfreich“. Es komme nun aber auf den weiteren Fortgang der Bohrungen und auf den Wasserpreis an, den Schongau mit der Fertigstellung der Brunnenanlage im Staatsforst verlangen werde.

Wie Walter Frömmrich von den Stadtwerken erläutert, soll auch die Gemeinde Hohenfurch, durch deren Gebiet die Leitung nach Schongau führt, auf diesem Weg Trinkwasser über eine zweite Quelle beziehen können. Eventuell sei der neue Standort auch für Gemeinden wie Kinsau und Apfeldorf von Interesse. 

Johannes Abt von der gleichnamigen Firma aus Mindelheim schildert, dass der Bohrer am Spezial-Lkw, der eine halbe Million Euro kostet, bis zu 30 Meter in die Tiefe getrieben wird. Weiter oben beträgt der Durchmesser des Bohrers 120 Zentimeter, unten sind es 90 Zentimeter. 

Intensiv eingebunden in die Planung ist der Geologe Horst Tauchmann von der Firma GUT; er ist für die Bauüberwachung zuständig. Auf das Grundwasser, das von Südwesten im Sachsenrieder Forst in Richtung Nordosten fließt, stößt man dort in einer Tiefe von 20 bis 25 Meter.

Pachtzahlung an den Freistaat

Drei Brunnen sollen im Forst bei Denklingen gefasst werden. Dafür muss die Stadt Schongau eine Pacht an den Staat entrichten. Für die drei Anlagen, die den Namen Heilig-Geist-Brunnen erhalten, wird mit Kosten in Höhe von 260 000 Euro gerechnet. 

Ausgegangen wird davon, dass ungefähr 50 Liter pro Sekunde geschüttet werden. Das ist etwas weniger als beim Tiefbrunnen, den die Stadt westlich von Schwabsoien betreibt. Die Quelle in Kreut bei Peiting wird mit zehn Liter pro Sekunde nicht als eigenständige Versorgung eingestuft. 

Die Stadtwerke Schongau verzeichnen einen Jahresverbrauch von zirka einer Million Kubikmeter Wasser, wobei Altenstadt und Schwabniederhofen dabei eingerechnet sind. Pro Tag sind es ungefähr 3 500 Kubikmeter. Große Abnehmer sind die Molkerei Hochland, das Freizeitbad Plantsch und das Krankenhaus – wie aus sicherer Quelle zu erfahren ist.

Von Johannes Jais

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