Neue Chemieräume fürs Schongauer Gymnasium

Stinken und krachen war gestern

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Das P-Seminar hatte allerhand Experimente zur Einweihung der neuen Chemieräume vorbereitet. Das geschaffene Bier wollte Landrat Friedrich Zeller dann allerdings nicht probieren.

Schongau – Das Fach Chemie dürfte am Schongauer Welfen-Gymnasium deutlich an Beliebtheit gewinnen: Für eine Million Euro hat der Landkreis die in die Jahre gekommenen Unterrichtsräume aufwendig saniert. 

Chemie ist, wenn es stinkt und kracht. Alle, die in ihrer Schulzeit die Lehre von den Stoffen beigebracht bekommen haben, dürften diesen Satz aus eigener Erfahrung bestätigen können. Auch am Schongauer Welfengymnasium war das bisher nicht anders. In den über 40 Jahre alten Chemieräumen wurden Experimente schonmal zur Bewährungsprobe für die Schülernase. Doch damit soll ab sofort endgültig Schluss sein. Eine Million Euro hat der Landkreis in neue Räume mit modernster Technik investiert. 

Schon bei der offiziellen Vorstellung ist klar: Chemie könnte bei den Schongauer Gymnasiasten bald ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen. Solche Termine wie jener, der in der vergangenen Woche im Schongauer Gymnasium stattfand, sind für einen Landrat besonders schön. Denn unangenehme Fragen sind eher nicht zu befürchten, wenn es um die Einweihung eines neuen Gebäudes oder – wie in diesem Falle – neuer Chemieräume geht. So wirkte auch Friedrich Zeller aufgeräumt und gut gelaunt, als er Politiker, Eltern- und Schülervertreter in dem neugestalteten Unterrichtsraum begrüßte. Und natürlich sparte der Landrat nicht mit großen Worten. „Alles vom Schönsten und Besten“ habe man in den neuen Chemietrakt gesteckt, sagte er stolz. 

Tatsächlich, wer die bisherigen 40 Jahre alten Räume im Erdgeschoss mit jenen vergleicht, die im zweiten Stock geschaffen worden sind, sieht einen gewaltigen Unterschied. In den drei multifunktionalen Unterrichtsräumen haben digitale, computergesteuerte Smartboards, die mit Stift und Hand bedient werden, die altbekannten grünen Tafeln abgelöst. Fahrbare Abzugsanlagen samt neuer Abluftanlage sollen künftig allzu penetrante Gerüche vermeiden helfen. Über sogenannte deckenhängende Medienflügel können Wasser, Strom und Gase sicher entnommen und auch wieder zurückgeführt werden. Alle Decken sind mit einem Schallschutz versehen, der laute Versuche dämmt. Zwischen den Unterrichtsräumen dienen zwei Räume für die Vorbereitung und Sammlung. 

Bildergalerie:

Welfen-Gymnasium: Neue Chemieräume für eine Million Euro

Allein 480000 Euro hat die Ausstattung verschlungen, die Baukosten inklusive Lüftung belaufen sich auf 280000 Euro. Hinzu kommen noch einmal 12000 Euro für den Rückbau der alten Chemieräume zu Klassenzimmern und 80000 Euro für die Sanierung des Flurs. „Überaus glücklich“ über die große Investition zeigte sich denn auch Schulleiter Wolfgang Gebler. Vorbei die Zeiten, in denen mühselig mit einzelnen Gasflaschen hantiert worden sei, immer mit der Angst, „dass sie einem um die Ohren fliegt“. 

Besonders das Smartboard hatte es dem Schulleiter angetan. Das sei wie eine Art Handy, mit dem man „unglaublich viel“ machen könne, freute er sich über die technische Errungenschaft. Und an die Chemielehrer gewandet, kündigte er an: „Ich werde jetzt öfters Ihren Unterricht besuchen, um mir die Experimente anzuschauen. Auch wenn Sie das wohl nicht gern hören.“ 

Was auf ihn dann zukommen wird, davon konnte sich Gebler gemeinsam mit den Anwesenden anschließend gleich ein Bild machen. Das P-Seminar unter Leitung von Fachbetreuer Hubert Ammer hatte gleich mehrere Experimente vorbereitet. Das eindrucksvollste hoben sich die Schüler zum Schluss auf: Aus zwei farblosen Flüssigkeiten mischten sie in einem Maßkrug ein täuschend echt aussehendes Bier samt Schaumkrone. Trinken freilich wollte es keiner. chpe

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