Neues Belegungskonzept am Schongauer Krankenhaus

Gemeinsam auf Station

+
Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann (Mitte) stellte gemeinsam mit den Chefärzten Dr. Andreas Eder (li.) und Dr. Ruprecht von Wesler die fast fertigen Patientenzimmer im Neubau und das neue interdisziplänere Belegungskonzept vor.

Schongau – Die Arbeiten am neuen Bettenhaus des Schongauer Krankenhauses schreiten weiter zügig voran. Während Handwerker noch auf allen Ebenen an der Innenausstattung feilen, damit der Neubau pünktlich im Oktober eröffnet werden kann, hat sich die Krankenhausleitung in den vergangenen Wochen mit der künftigen Nutzung beschäftigt. Diese wird anders ausfallen als ursprünglich geplant.

Bislang galt für die Schongauer Klinik eine einfache Regel: Jede Fachabteilung verfügt über eine eigene Station, auf der ihre Patienten untergebracht sind. Das mag logisch klingen, bringt aber laut Klinik-Chef Thomas Lippmann auch Nachteile mit sich. So kommen viele Patienten nicht nur mit einem Leiden ins Krankenhaus, ihr Krankheitsbild erfordert die Behandlung durch verschiedene Fachärzte. Mit Eröffnung des neuen Bettenhauses soll deshalb die strikte Trennung der Stationen nach Fachrichtung aufgehoben werden und die Belegung interdisziplinär erfolgen. 

„Wir versprechen uns durch diesen neuen Ansatz eine Optimierung der Behandlungsabläufe. Für die Ärzte bedeutet das, dass sie noch enger mit ihren Kollegen anderer Fachrichtungen zusammenarbeiten“, erläutert Lippmann. Zusammenarbeit sei zwar schon jetzt kein Fremdwort, betonte Chefarzt Dr. Andreas Eder. „Die Zeiten, in denen Chefärzte hohe Mauern um ihre Stationen bauten, sind lange vorüber.“ Dennoch werde das neue Konzept natürlich ein grundsätzliches Umdenken, sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten und Pflegeteams erfordern, fügte Chefarzt Ruprecht von Wesler hinzu. 

Gerade für letztere ändert sich das Aufgabengebiet deutlich, wenn auf einer Station in Zukunft etwa Patienten der Chirurgie und der Inneren Medizin untergebracht sind. „Für die Schwestern ist das eine tolle Möglich-keit, nicht nur immer ein Spektrum zu sehen“, sagte Lippmann. Bei allen medizinischen Vorteilen hat der Geschäftsführer der defizitären Krankenhaus-GmbH auch die Kosten im Blick. Durch die größeren Pflegeteams und die interdisziplinäre Belegung lasse sich eine bessere Auslastung der Stationen erreichen. „Wir können hier medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen.“ 

Aus diesem Grund soll das neue Konzept, das im Übrigen bereits an vielen anderen Kliniken verfolgt wird, auch Zug um Zug an den übrigen Standorten der Krankenhaus-GmbH Einzug halten. Läuft weiter alles nach Plan, wird das neue Bettenhaus, das aus zwei Etagen mit je 40 Betten besteht, im Oktober seinen Betrieb aufnehmen. In den Ein- und Zweibettzimmern sind bereits alle Leitungen hinter der Holzvertäfelung verschwunden, die Badezimmer so gut wie fertig. 

Am 20. September ist ein Tag der offenen Tür geplant, an dem sich die Bevölkerung selbst ein Bild vom neuen Schmuckstück machen kann.

Christoph Peters

Meistgelesene Artikel

Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongau – In Schongau lebten zum Jahresende 188 Flüchtlinge, darunter einige sogenannte Fehlbeleger. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Denn ob und …
Immer mehr "Fehlbeleger"

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig …
Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Kommentare