Schongauer Stadtrat 

Neues Kino-Center: Wo ist ganz egal

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Ein Kino-Center für das Mittelzentrum Schongau - Peiting - Altenstadt: Noch fehlt ein Investor.

Schongau – Ein modernes Kino-Center für die Region: Davon träumen nicht nur viele Schongauer. Auf Antrag der CSU hat sich am Dienstag erstmals der Stadtrat mit dem Thema befasst. Erste Erkenntnisse: Einen Neubau an der Stelle des bestehenden Film-Theaters an der Blumenstraße wird es nicht geben. In Peiting will dagegen der Bürgermeister sowohl Grundstück als auch Betreiber an der Hand haben. Was fehlt ist nach wie vor ein Investor.

Handschriftlich hatte Michael Eberle noch einmal zusammengefasst, wie sich die CSU das weitere Vorgehen in Sachen Kino vorstellt. Eine Art „Mind Map“ sei das und kein fertiges Konzept, beeilte sich der CSU-Fraktionsvorsitzende zu erklären, als das Papier auf der Leinwand des Sitzungssaals erschien. 

Inhaltlich bot die Skizze nicht viel Neues gegenüber dem Antrag, mit dem die Christsozialen bereits vor zwei Wochen an die Öffentlichkeit gegangen waren (der KREISBOTE berichtete). Manche Punkte hatten sich sogar bereits überholt, denn auch bei der SPD war man nicht untätig gewesen. 

Das zeigte sich etwa im Hinblick auf das bestehende Film-Theater an der Blumenstraße. Als erstes müsse man mit dessen Betreiber sprechen, wie dieser zu einem Neubau an gleicher oder anderer Stelle stehe, führte Eberle aus. Genau das hatte Ilona Böse bereits getan – mit einem wenig erfreulichen Ergebnis. „Er will es so wie es ist weiterbetreiben“, berichtete die SPD-Fraktionsvorsitzende. Immerhin plane der Otto Konrad bald auf neue Digital-Technik umzusatteln.

Diesen überfälligen Schritt hat das Lagerhaus-Kino bekanntlich bereits längst hinter sich. Auch mit dessen Betreiber Georg Werner hatte Böse gesprochen, um auszuloten, ob dieser für ein neues Kino-Projekt zu gewinnen sei. Doch der habe ebenso abgewunken. 

Für Eberle blieben damit drei Möglichkeiten. Die erste sei, dass man sich mit Altenstadt und Peiting zusammenschließe und aus den Kino-Plänen das erste Leuchtturm-Projekt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit IKEK mache, erklärte er. „Da haben wir aber das Problem, dass es zeitlich wohl länger dauert als eine städtische Lösung.“ 

Diese listete Eberle als Option zwei und drei auf. So könnte die Stadt das Projekt selber in die Hand nehmen, was aber angesichts der dafür nötigen finanziellen Mittel wohl ausscheide. Eher in Frage käme daher, dass man einem Investor mit einer Förderung unter die Arme greife. 

Als Beispiel führte der Fraktionschef an, ein Grundstück auf Erbpacht-Recht zur Verfügung zu stellen oder den Bau der Infrastruktur wie Parkplätze zu übernehmen. 

„Wir müssen nur aufpassen, dass wir uns keine Konkurrenz zur Altstadt machen“, warf Stadtbaumeister Ulrich Knecht an dieser Stelle ein. Er erinnerte an die gescheiterten Kino-Pläne in Peiting vor ein paar Jahren. Man habe damals ebenfalls Gespräche mit dem Projektentwickler geführt, der allerdings auf einer großen Verkaufsfläche für Einzelhandel neben dem Kino bestanden habe, so Knecht. 

Dass die Räte letztlich zu ersterem Weg einer interkommunalen Zusammenarbeit ten-dierten, lag erneut an Ilona Böse. So verriet die SPD-Fraktionschefin, dass auch in Peiting erneute Bemühungen um ein neues Kino-Center laufen. 

Ihr gegenüber habe Bürgermeister Michael Asam erklärt, bereits ein passendes Grundstück und einen Betreiber an der Hand zu haben, sagte sie. Das bestätigt das Peitinger Gemeindeoberhaupt auf Nachfrage des KREISBOTEN. „Es stimmt, aber mehr will ich dazu im Moment nicht sagen“, so Asam. Denn noch fehle es an einem Investor, der die Finanzierung übernehme.

In dieser Hinsicht hofft der Bürgermeister jetzt natürlich auf Hilfe aus der Nachbarstadt. „Jeder kennt jemanden, da müssen wir an einem Strang ziehen.“ 

Sein Schongauer Amtskollege und die Stadträte stellten dies am Dienstag schon einmal in Aussicht. Man werde auf Peiting zugehen und die Dinge gemeinsam vorantreiben, kündigte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) an. „Wenn das Kino-Center in Peiting gebaut wird, hat hier niemand etwas dagegen“, betonte Eberle. Ganz nach dem Motto: Hauptsache es kommt.

Christoph Peters

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