Neues Stück des Theaterstadls Schongau

Auf dem Weg in den Hafen Ehe

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Gunda (Miriam Stengle, links) hat es in die Uhrmacherwerkstatt von Niklas (Markus Wühr, Mitte) und dessen Gehilfen Kasian (Robert Kassebaum, rechts) verschlagen.

Schongau – Das Junggesellendasein hat es dem Uhrmachermeister Niklas Ungemach angetan: Eine Frau kommt ihm so schnell nicht ins Haus. Aber manchmal kommen die Dinge halt doch anders, als man denkt – zumindest in dem amüsanten Schwank „Nix für unguat – Paraplü und Perpendikel“, den der Theaterstadl Schongau seit dem vergangenem Wochenende spielt.

Den Applaus hatten sich die Akteure nach der ersten Aufführung redlich verdient: Mit dem Dreiakter aus der Feder von Maximilian Vitus feierten sie im nahezu voll besetzten Trachtenheim eine gelungene Premiere. Wie bringt man einen heiratsunwilligen Junggesellen erfolgreich an die Frau? Um diese Frage dreht sich das unterhaltsame, pointenreiche Stück, das die Theaterer unter der Spielleitung von Christiane Goldmann gekonnt umsetzten. 

In der tragenden Rolle verkörpert Markus Wühr den unordentlichen und chaotischen Uhrmachermeister Niklas Ungemach, der sein Hemd heraus- und die Hosenträger halb herunterhängen lässt und mit seinem Gehilfen Kasian (Robert Kassebaum) zwar ganz gern über die Weiber herzieht, aber von der Ehe lieber nichts wissen will. Katrin, die Schwester des Uhrmachermeisters, hält ihren Bruder für einen „Dreckbären“ – und will ihn schnellstmöglichst unter die Haube bringen. Doch alle Versuche scheiterten bisher. 

Als Katrin streikt und ihrem Bruder nicht mehr den Haushalt machen will, setzen Niklas und Kasian eine Annonce für eine Haushaltshilfe auf – mit dem deutlichen Zusatz: „Heirat oder Ähnliches kommt nicht in Frage“. Doch wie das Schicksal es so will, schneit kurz darauf die verwahrloste Schirmflickerstochter Gunda in die Uhrmacherwerkstatt. Der Meister ergreift die Chance und stellt sie quasi als Mädchen für alles ein. 

In der Rolle der Gunda wandelt sich Miriam Stengle in dem Stück vom schmutzigen Aschenputtel zum herausgeputzten, feschen Mädel, das nicht zuletzt vom dem jungen, wohlhabenden Michl Hopfenberger umworben wird. Der schwer verknallte Michl (erfrischend authentisch dargestellt von Florian Stögbauer) macht sogar eine Uhr nach der anderen kaputt, damit er immer wieder einen Grund hat, bei seiner Angebeteten im Uhrmacherladen vorbeizuschauen. 

Als rüpelhafter, aber ebenso ausgefuchster Schirmflicker namens Hans Rüppel überzeugt Jackl Klein, der erst mal den unschuldigen Kasian bezichtigt, seine Gunda „einkassiert“ zu haben – und dann vom Uhrmachermeister „Schadensersatz“ für seine Tochter fordert. 

 Ob auch der Junggeselle Niklas am Ende doch noch in den Hafen der Ehe einläuft, ist bei den zwei weiteren Vorstellungen am Pfingstwochenende (Samstag, 18. Mai und Sonntag, 19. Mai) zu sehen, die jeweils um 20 Uhr im Trachtenheim beginnen (Einlass und Abendkasse ab 19 Uhr, Kartenvorverkauf bei Elektro Müller, Tel. 08861/4124) mas

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