Neujahrsempfang in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Der Heeresflugplatz bleibt – die Springer auch?

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Gut besucht war auch heuer der Neujahrsempfang der Bundeswehr in der Altenstadter Franz-Josef-Strauß-Kaserne. Kommandeur Carsten Jahnel ging in seiner Rede vor allem auf die Krisen in der Welt ein.

Altenstadt – Ukraine-Krise, Ebola-Epidemie, Terror des Islamischen Staates: Selten stand ein Neujahrsempfang der Bundeswehr in Altenstadt so im Zeichen internationaler Konfliktherde wie in diesem Jahr. Da ging die Neuigkeit, die Kommandeur Carsten Jahnel im Hinblick auf den Standort zu vermelden hatte, fast ein wenig unter.

Der Neujahrsempfang der Bundeswehr in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne gerät regelmäßig zum Stelldichein der lokalen und überregionalen Politprominenz. Das war auch diesmal so. Die Liste der Gäste reichte von Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman über den Landtagsabgeordneten Harald Kühn bis hin zu Polizeidienststellenchef Rudolf Fischer. Sie alle reihten sich zu Beginn artig in die Schlange ein, um dem Hausherren die Hand zu schütteln und je nachdem gleich ein paar nette Worte auszutauschen. 

Nur nach Landrätin Andrea Jochner-Weiß hielt Kommandeur Carsten Jahnel vergeblich Ausschau. Sie ließ sich durch Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck entschuldigen. Der Grund: Urlaub. So kam Hadersbeck erstmals dazu, ein Grußwort an die Anwesenden zu richten unter denen sich, wie er erfreut feststellte, immer noch Fallschirmjäger befänden. 

Tatsächlich ist die Zukunft der Luftlande-/Lufttransportschule auch Jahre nach der Bundeswehrreform immer noch offen. Zwar gilt nach wie vor der Beschluss, dass die Schule nach Oldenburg verlegt werden soll. Mit dem Bau der nötigen Infrastruktur ist jedoch laut Jahnel bis heute nicht begonnen worden. „Ich habe leider keine neuen Informationen über den Verbleib am Standort Altenstadt“, sagte der Kommandeur in seiner Ansprache.

Auch die Entscheidung über eine mögliche Verlegung von Teilen der Fallschirmsprungausbildung ins französische Pau sei vertagt worden. „Ich versichere Ihnen, wir brennen selbst darauf zu erfahren, wie es weitergeht.“ Fest stehe bislang nur, dass die Schule bis zum 1. Januar 2016 zum Ausbildungsstützpunkt mit drei Inspektionen umgegliedert werde.

 „Die Freifallausbildung wird dadurch an Gewicht gewinnen, die Fallschirmsprungausbildung Automatik vor dem Hintergrund verminderter Bedarfszahlen an Kapazität verlieren“, erklärte der Kommandeur. Die Lufttransport- und die Fallschirmtechnikausbildung werde aber weiterhin Bestandteil des Ausbildungsstützpunktes sein, versicherte Jahnel. 

Dafür, dass in den ministeriellen Planspielen die Option Altenstadt immer noch eine Rolle spielt, spricht eine Entscheidung, von der der Kommandeur im Dezember erfahren hat. Demnach bleibt der Status Heeresflugplatz in Altenstadt erhalten. „Das ist ein gutes Zeichen“, wertete Jahnel. Nicht nur, weil so die Unterstützung durch Feuerwehr und Sanitätsdienst für die kommenden Jahre gesichert sei, sondern da man am Stützpunkt dadurch auch in Zukunft mehrere Flugzeuge oder Hubschrauber gleichzeitig im Luftraum kontrollieren dürfe – eine Grundvoraussetzung für den Ausbildungsbetrieb. 

Wie gut dieser funktioniert, ließ sich den von Marschmusik begleiteten Bildern des Jahresrückblicks entnehmen – darunter der Gewinn der Weltmeisterschaft im Fallschirmzielspringen durch die Sportfördergruppe und der Sieg im Challenge-Wettkampf. 

Abseits der eigenen Zukunft ging Jahnel vor allem auf die derzeitigen Krisenherde rund um Europa ein. „Wir stehen vor sicherheitspolitischen Herausforderungen, die sich so zu Beginn des vergangenen Jahres noch nicht absehen ließen“, betonte er und nannte die Ukraine-Krise, die Ebola-Epidemie in Afrika und den Terror durch den Islamischen Staat in Syrien und Irak. 

„Diese Krisen sind durch einzelne Nationalstaaten nicht mehr zu beherrschen“, stellte Jahnel fest. Es bedürfe daher einer abgestimmten europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der Kommandeur warb in diesem Zusammenhang für eine vermehrte Kooperation. „Langfristig ist eine europäische Armee unverzichtbar.“

Christoph Peters

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