Neujahrskonzert des Kulturvereins Schongauer Land

Begeisternder Streifzug durch die Opernwelt

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Begeisterten die Zuschauer im Ballenhaus mit ihrer virtuosen Darbietung: Pianistin Anke Eva Blumental, Sopranistin Katharina Konradi und Bariton Herbert Hanko.

Schongau – „Beschwingtes Neujahrskonzert von Lehar bis Verdi.“ So lautete das bunte Programm mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Epochen. Man kann es vorweg nehmen. Die 195 Besucher im Schongauer Ballenhaus waren am Dienstag schier aus dem Häuschen vor lauter Begeisterung. Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman fand dieses Konzert „einfach toll, für Schongau ein musikalisches Highlight.“

Da hat sich der Kulturverein Schongauer Land wirklich etwas einfallen lassen. „Mit diesem Neujahrskonzert steigen wir in eine Reihe ein, die früher unter Joseph Kraus immer so erfolgreich war“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Fritz Mäuerle. Man wolle damit an alte Traditionen anknüpfen und die Lücke von mittlerweile zehn Jahren schließen. Liebhaber von Opern und Operetten gebe es in Schongau und Umgebung schließlich reichlich.

Es war ein Konzertabend, der vollgepackt war mit gesanglichen Glanzleistungen, instrumentalen Köstlichkeiten und witziger Moderation. Präsentiert von namhaften Musikern und Sängern, die sich geradezu spielerisch in die Herzen der Besucher sangen und spielten. 

Da war Bariton Herbert Hanko, der sich längst einen Namen als Sänger, Moderator und Regisseur namhafter Inszenierungen wie die „Fledermaus, „Der Vogelhändler“ und „Hänsel und Gretel“ gemacht hat. Ebenso Michael Sutter, Tenor und Geiger, der an zig Opernhäuser und Staatstheatern in über 30 Rollen des deutschen und italienischen Fachs konzertierte. 

Nicht weniger bekannt ist die Sopranistin Katharina Konradi, die seit 2009 erfolgreich in deutschen und europäischen Städten Liederabende gibt. Tenor Harrie van der Plas sang schon die Titel-Partie im „Zigeunerbaron“ bei den Seefestspielen in Mörbisch (Österreich) und gab Gastspiele in zwölf deutschen Städten. 

Schließlich die Pianistin Anke Eva Blumental, die bei Daniel Barenboim an der Staatsoper „Unter den Linden“ Berlin praktiziert hat. „Die ersetzt ein ganzes Orchester“, sagte Hanko, als er zum Programm überleitete. 

Das hatte es in sich. Harrie van der Plas sang Giacomo Puccinis Ohrwurm „Nessun dorna“ aus der Oper „Turandot.“ Es folgten „La ci darem la mano“ von Mozart, die Musik für Violine und Klavier „Salut damor“ von Edward Elgar und mit „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Oper „Land des Lächelns“ von Franz Lehar eines der schönsten Liebeslieder – grandios gesungen von Harrie van der Plas. 

„Wer mit singen kann, bitte“ meinte Herbert Hanko und kündigte die Arie „Libiamo“ aus Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“ an. Katharina Konradi, das bedauerte eingangs des Konzerts Michael Sutter, leide an einer unangenehmen Erkältung. Davon war den Abend über weiß Gott nichts zu hören. Schon gar nicht, als die Sopranistin in „Mein Herr Marquis“ aus der Strauß Operette „Die Fledermaus“ geradezu herzerfrischend die „Adele“ sang. 

Mit der „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauß wurden die Besucher an das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erinnert. 

19 Lieder und Arien waren es den Abend über insgesamt. Mit den beiden Zugaben „Jay Mamam“ und dem unverwüstlichen „Capri Fischer“ rundeten die fünf Akteure auf der Bühne das gut zwei Stunden dauernde musikalische Feuerwerk ab. Die Besucher summten, klatschten oder sangen gar mit. 

Ein musikalisches Schmankerl, das geradezu um Wiederholung bittet. Wolf Kittel, er war einer der 195 Besucher, brachte seinen Eindruck so auf den Punkt: „Die Provinz ist durchbrochen worden durch ein schönes und gelungenes musikalisches Ereignis.“

Walter Kindlmann

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