EVA weiht zwei neue Anlagen ein

"Investition in die Zukunft"

+
landrat Friedrich Zeller, EVA-Geschäftsführer Fritz Raab und Prokurist Holger Poczka bei der symbolischen Inbetriebnahme der neuen Ersatzbrennstoff-Anlage.q

Erbenschwang – Vier Millionen Euro binnen vier Monaten hat die landkreiseigene Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft verbaut. Das Ziel: Sauberere Luft und hochwertigerer Brennstoff.

Sie heißen Jupiter und Komet, doch mit himmlischen Ereignissen haben sie nichts zu tun. Ihr Zweck ist eher ziemlich banal: Die Geräte mit den astronomischen Namen zerkleinern Müll. Und doch sind sie ein wichtiger Teil der neuen Ersatzbrennstoff-Anlage, mit der die landkreiseigene Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (Eva) seit Februar die heizwertreichen Abfälle im Restmüll zu noch hochwertigeren Brennstoff weiterverarbeiten kann. Am Montag fand die offizielle Einweihung statt. 

Auf einen Spaten musste Landrat Friedrich Zeller diesmal verzichten, auch wenn er, wie er zugab, damit deutlich mehr Übung habe durch die vielen symbolischen Spatenstiche in letzter Zeit. Stattdessen verlangte EVA-Geschäftsführer Fritz Raab nach einem Countdown. Zeller zählte also runter, während Prokurist Holger Poczka per Handy den Kontakt zu jenem Mann hielt, der die riesige Maschine bei 0 einschalten sollte. Tatsächlich erwachte der Jupiter rumpelnd zum Leben, was alle Drei mit einem erleichterten Lächeln quittierten. 

Zuvor hatten Raab und Poczka den zahlreichen Ehrengästen bei einem Rundgang die genaue Funktionsweise der Ersatzbrennstoff-Anlage erläutert. Dass die Eva aus den 17000 Tonnen Restmüll pro Jahr die heizwertreichen Bestandteile aussortiert – immerhin 43 Prozent –, ist nicht neu. Bereits seit 1997 wird der Hausmüll mechanisch-biologisch vorbehandelt. Nur 31 Prozent landen so am Ende wirklich auf der Deponie. „Wir haben eine Verwertungsquote von 91 Prozent“, sagte Raab stolz. „Das ist richtig gut.“ 

Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass das Geschäft mit den heizwertreichen Abfällen mit steigenden Rohstoffpreisen zunehmen wird. Deshalb sei der Bau der neuen EBS-Anlage eine „Investition in die Zukunft.“ Immerhin rund vier Millionen Euro hat der Landkreis in sie sowie eine zweite Abluftbehandlungsanlage gesteckt.

EVA weiht neue Anlagen ein

 In der Halle, in der früher der Biomüll verarbeitet wurde – dieser wird mittlerweile in der Tölzer Kompostieranlage Quarzbichl kompostiert – haben die beteiligten Firmen ein Geflecht aus Förderbändern und Maschinen errichtet. Hier werden die heizwertreichen Bestandteile des Mülls seit Februar noch weiter aufbereitet. Durch modernste Technik können nun auch nichtmagnetische, aber wertvolle Metalle wie Aluminium aussortiert werden. Ein Infrarot-Scanner sorgt dafür, dass PVC-haltige Kunststoffe per Luftdruck vom Band gepustet werden. Ein wichtiger Schritt, denn dadurch sinkt der Anteil von Chlor, das zur Korrosion im Brennkessel und schlechten Abgaswerten führt. Was am Ende rauskommt, sei vom Brennwert vergleichbar mit Hackschnitzeln, sagte Raab. Abnehmer für das Heizmaterial sind derzeit Kraftwerke in Gersthofen und München, sowie Zementwerke in Baden-Württemberg. 

Gerade einmal vier Monate hat die Errichtung der EBS-Anlage gedauert, die neue Abluftbehandlungsanlage war bereits nach der Hälfte der Zeit fertig. Letztere sorgt mittels eines komplizierten chemischen Verfahrens, dass die EVA die geltenden, strengen Kohlenstoff- Grenzwerte für die bei der Müllverarbeitung entstehende Abluft einhalten kann. Das führe auch zur Akzeptanz in der Bevölkerung, wies Poczka auf einen wichtigen Nebeneffekt hin: „Dadurch gibt es weniger Gerüche.“

Christoph Peters

Meistgelesene Artikel

Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war …
Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Friedrich Zeller will's nochmal wissen

Schongau/Memmingen – Zwölf Jahre war Friedrich Zeller Bürgermeister in Schongau, es folgten sechs Jahre als Landrat. 2014 verlor der 50-Jährige …
Friedrich Zeller will's nochmal wissen

Kommentare