Ohne Happy End

So hätte das neue Kino in Peiting ausschauen sollen. Grafik: PEIT

Der Traum vom neuen Kino in Peiting ist ausgeträumt – zumindest vorerst. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Planer des Multiplex bereits Ende März vom Projekt abgesprungen, nachdem er keinen Betreiber hatte finden können. Für Bürgermeister Michael Asam war die Nachricht ein Schock. Der Ärger über den überraschenden Rückzug sitzt immer noch tief.

Wenn Asam auf das Thema angesprochen wird, brodelt es in ihm. Denn eigentlich hatte alles so gut ausgesehen. Im Juli vergangenen Jahres hatte der beauftragte Planer aus Karlsfeld den Kaufvertrag für das 10000 Quadratmeter große Gelände im Gewerbegebiet unterschrieben. Ursprünglich hatte UPM das insgesamt 30000 Quadratmeter große Grundstück komplett verkaufen wollen, „uns zuliebe haben sie es dann doch aufgeteilt“, erklärt der Bürgermeister. Der Investor stand parat, wenig später wurden im Bauausschuss die ersten Pläne für ein Kino mit vier Sälen präsentiert. „In einem Jahr könnten wir schon im Kino sitzen“, jubelte Asam damals, nicht ahnend, dass das Projekt nur wenige Monate später vor dem Aus stehen würde. Bis Ende März 2012, so stand es im Vertrag, musste die Gemeinde den geänderten Bebauungsplan fertigstellen. „Das haben wir erfüllt, Anfang März war alles fertig“, blickt das Gemeindeoberhaupt zurück. Womit die Marktgemeinde allerdings nicht rechnen konnte, war, dass der Planer seinen Teil der Vereinbarung nicht einhalten würde. Ende März trudelte ein Schreiben von UPM bei Asam ein. Darin teilte das Unternehmen mit, dass der Kaufvertrag aufgelöst wurde, weil der Planer anders als vereinbart keinen Betreiber für das Kino präsentieren konnte. „Ein Blender“ sei der Planer gewesen, sagt Asam heute zornig. „Solchen Leuten gehört das Handwerk gelegt.“ Empfohlen hatte ihn im übrigen der Hotel- und Gaststättenverband. Mehr, als sich darüber gehörig ärgern, bleibt dem Bürgermeister nicht. „Wir können das Kino ja nicht selber bauen.“ Seine einzige Hoffnung ist nun, dass der Investor einen fähigen neuen Planer findet, der das Projekt doch noch umsetzt. Dass der Geldgeber am Ball bleiben will, habe dieser ihm im persönlichen Gespräch versichert, so Asam. Vielleicht gibt es ja doch noch ein Happy End.

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