Ein Oldtimer hat ausgedient

Gerätewart Franz Wunderer vor dem 28 Jahre alten Löschfahrzeug 24/50. Foto: Peters

Auf den ersten Blick macht das bullige Fahrzeug, das Franz Wunderer aus der großen Garage fährt, keinen schlechten Eindruck. Es ist rot, wie es sich für ein richtiges Feuerwehrauto gehört, und der Motor klingt, als könne ihn so schnell nichts aus der Bahn werfen. Doch unter dem dank penibler Pflege jugendlich wirkenden Äußeren zeugt so manche Schweißnaht von den verzweifelten Bemühungen des Gerätewarts, dem Rost Einhalt zu gebieten. Eigentlich hätte das 28 Jahre alte Tanklöschfahrzeug der Schongauer Feuerwehr daher schon längst außer Dienst gestellt werden sollen, doch immer wieder hatte der Stadtrat die Anschaffung eines Ersatzes aus Spargründen verschoben – zuletzt auf 2014. In seiner jüngsten Sitzung beschloss das Gremium nun, die Investition vorzuziehen – wenn auch nicht ganz freiwillig.

Denn dass sich der Stadtrat überhaupt mit dem Thema befasste, lag an einem Brief von Feuerwehrkommandant Michael Benkert. Mit deutlichen Worten legt dieser darin dar, weshalb seine Wehr auf einen baldigen Austausch nicht verzichten könne. So seien zum einen die Anforderungen seit der Indienststellung des Fahrzeugs vor knapp 30 Jahren massiv gestiegen. Zum anderen würde es bereits jetzt an Ersatzteilen für das alte Tanklöschfahrzeug fehlen, erklärt er. „Es ist ein Fass ohne Boden“, pflichtet Wunderer seinem Chef bei. Zudem ist der Bolide mit Baujahr 1983 nicht das einzige Fahrzeug mit biblischem Alter im Fuhrpark der Schongauer Feuerwehr. Das Löschgruppenfahrzeug LF 16 ist nur drei Jahre jünger. „Eigentlich müssten wir bereits über dessen Nachfolge reden“, stellt Benkert fest. Umso dringlicher mache eine Neuanschaffung auch die Tatsache, dass sie eine gewisse Vorlaufzeit benötige. „Planung, Ausschreibung und Lieferzeiten sind deutlich länger als bei einem Pkw.“ Der Kommandant nimmt in seinem Schreiben daher die Stadträte in die Pflicht: „Wenn Ihnen am hohen Niveau des Schutzes weiterhin gelegen ist, sind Investitionen nötig.“ Seiner Argumentation konnten sich auch die Stadtoberen nicht entziehen. „Wir haben es seit 2007 versprochen, aber nie eingehalten. Ich denke, dass wir hier was tun sollten“, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl. Einstimmig beschloss das Gremium, bereits im Haushalt 2012 150000 Euro für das Fahrgestell bereitzustellen. Der 250000 Euro teure Aufbau soll 2013 folgen. Einen Teil des Gelds fließt über einen Zuschuss der Regierung von Oberbayern zurück (90000 Euro), 15000 Euro dürfte das alte Fahrzeug erlösen. Läuft alles wie geplant, könnte der Nachfolger bereits 2014 in Dienst gestellt werden.

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