AWO Peiting verabschiedet Leitung

"Die Richtigen am richtigen Platz"

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Frank und Elisabeth Doubrawa gehen in Rente, ihre Nachfolger Iris Reckenfelderbäumer und Dominik Spring übernehmen die Pflegedienst- und Heimleitung (v. li.).

Peiting – Er führte viele Jahre das AWO-Seniorenzentrum, sie hatte die Pflegedienstleitung inne. Jetzt verabschiedeten sich Frank und Elisabeth Doubrawa gemeinsam in den Ruhestand – nicht ohne beim offiziellen Festakt noch einmal viele warme Worte des Dankes zu hören.

Als sie ihren Dienst antraten, war Helmut Kohl gerade zum ersten Mal Bundeskanzler geworden, das Nachrichtenmagazin Time kürte den Computer zur „Maschine des Jahres“ und Michael Jackson veröffentlichte sein erfolgreichstes Album „Thriller“. 31 Jahre später ist Kohls Regierung längst Geschichte, der Computer Alltagsgegenstand und der große Michael Jackson tot. Frank und Elisabeth Doubrawa dagegen sind immer noch da. In Zeiten, in denen andere die Arbeitsstelle wechseln wie Hemden, wirken sie wie ein unverrückbarer Fels in der Brandung. Und keiner hätte sich gewundert, wenn sie auch in zehn Jahren das eingespielte Ehepaar von Haus- und Pflegeleitung gegeben hätten. Doch die Doubrawas haben sich anders entschieden. 

Die Kraft habe in der letzten Zeit etwas nachgelassen, sagte der 65-Jährige bei der Verabschiedung und es klang fast ein wenig entschuldigend, dass er am 1. August seinen Posten nach 31 Jahren geräumt hatte. Die Entscheidung, gab Doubrawa zu, sei nach so langer Zeit auch keine einfache Sache gewesen. „Wir gehen aber mit dem Gefühl, dass alles in Ordnung ist.“ 

Bestätigung fand Doubrawa in den Worten von Andreas Niedermeier. Der Geschäftsführer des AWO-Bezirksverbands geriet regelrecht ins Schwärmen. „Das, was Sie geleistet haben, verdient höchsten Respekt.“ In all den Jahren sei die Aufgabe des Heimleiters immer anspruchsvoller und komplizierter geworden, dennoch sei es den Doubrawas gelungen, Standards zu setzen, die beispielhaft für alle anderen AWO-Einrichtungen seien, lobte Niedermeier. Besonders heraus stellte er die Wertschätzung, die der Heimleiter und die Pflegedienstleiterin den Bewohnern wie auch dem Team entgegengebracht hätten. „Das zeichnet Sie aus.“ 

Genauso euphorisch fiel das Lob von Landrat Friedrich Zeller aus. Die Qualität des Hauses sei beispielhaft für alle anderen im Landkreis, sagte er. Trotz neuer Unterbringungsformen führe auch in der Zukunft kein Weg an solchen stationären Einrichtungen vorbei. „Wir sind auf Profis angewiesen.“ Peitings Bürgermeister Michael Asam wollte da nicht nachstehen. Gott sei Dank gebe es das AWO-Seniorenzentrum mitten im Ort, betonte er, „und Ehepaare wie Sie.“ Die Herzlichkeit der Doubrawas sei im ganzen Haus zu spüren gewesen. „Sie waren die Richtigen am richtigen Platz.“ 

Doubrawa musste ob der vielen lobenden Worte um seine Fassung ringen, ehe er zurückblickte. Auf Zeiten ohne Computer, die gemächlicher und ruhiger waren, auf die Hochzeit zweier Bewohner 1988, die ein echtes „Highlight“ gewesen sei. Und darauf, „dass uns der Mut, neue Wege zu beschreiten, bis zum Schluss nicht verlassen hat.“ 

Dominik Spring und Iris Reckenfelderbäumer dürften im Laufe des Nachmittags eine Ahnung davon bekommen haben, in welch große Fußstapfen sie treten. Dem frischgebackenen Heimleiter und der designierten Pflegedienstleiterin, die ihr neues Amt am 1. September antreten wird, wünschte Doubrawa „Geduld und einen langen Atem, denn den braucht man in der Pflege“. Der 34-jährige Schongauer Spring, der nach seinem Studium mit einem Trainee-Programm auf die neue Aufgabe vorbereitet wurde, bedankte sich bei Doubrawa. „Er hat mir gezeigt, was es heißt, Heimleiter zu sein.“ Wie gut der 65-Jährige seinen Job gemacht habe, sei ihm bei der Verabschiedung durch die Mitarbeiter so richtig bewusst geworden, fügte er hinzu: „Manch einer hatte Tränen in den Augen. Das zeigt doch am besten, dass Sie alles richtig gemacht haben.“

Christoph Peters

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