Drillingsgeburt in Peiting

Drei auf einen Streich

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Bürgermeister Michael Asam (li. mit Johannes) und Tina Kurz vom SDK gratulierten Corinna Mäder (mit Lukas) und Markus Passig (mit Amelie) zu ihren Drillingen.

Peiting – Gleich über ein dreifaches Babyglück können sich Corinna Mäder und Markus Passig freuen. Die beiden Peitinger sind am 2. September Eltern von Drillingen geworden. Jetzt gab‘s für die junge Familie Besuch vom Bürgermeister. Die Geschichte eines kleinen großen Wunders.

Schon im Flur des Mehrfamilienhauses an der Peitinger Bahnhofstraße ist der Hinweis auf die neuen Bewohner unübersehbar. Ein riesiger Kinderwagen mit Platz für drei Babys parkt vor der Wohnungstür von Corinna Mäder und Markus Passig. „Wenn ich damit unterwegs bin, dann sorgt das sofort für Aufmerksamkeit“, sagt die junge Mutter lächelnd. Kein Wunder, schließlich sind Drillinge in der Marktgemeinde alles andere als ein alltäglicher Anblick.

Wie außergewöhnlich die Mehrlingsgeburt ist, verdeutlicht auch ein Blick auf die Statistik. Die Wahrscheinlichkeit für Drillinge liegt gerade einmal bei 0,01 Prozent. In Deutschland kamen laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2011 nur in 230 Fällen Drillinge auf die Welt.

Die junge Mutter steht im Wohnzimmer der Dreizimmerwohnung. Auf dem Arm hält sie den kleinen Lukas, der friedlich schläft. Er ist der Erste, der am 2. September um 7 Uhr im Münchner Klinikum Dritter Orden das Licht der Welt erblickt. Im Abstand von einer Minute folgen seine Schwester Amelie und sein Bruder Johannes. Beide schlafen seelig auf der Couch und in der Hängeschaukel. Nur ab und zu, wenn der Bauch zwickt, fängt letzterer leise an zu stöhnen. Als ihn Bürgermeister Michael Asam sanft schaukelt, beruhigt sich der Kleine sofort.

Als sie an Ostern von ihrer Frauenärztin erfahren habe, dass sie nicht nur Zwillinge sondern gleich Drillinge erwarte, sei sie „erstmal voll fertig gewesen“, erzählt Mäder. Denn eigentlich hatte sich das Paar noch gar keine Gedanken um die Familienplanung gemacht. Die Nachricht stellt das Leben der beiden von jetzt auf gleich auf den Kopf.

Weil es eine Risiko-Schwangerschaft ist, wird die junge Frau nach München in eine Spezialklinik überwiesen. Um die Geburt möglichst lange hinauszuzögern, darf die Peitingerin ab der 21. Woche nur noch liegen. Die Geduldsprobe zehrt an den Nerven. Passig, der so oft es geht an der Seite seiner Lebensgefährtin weilt, muss in dieser Zeit viele Tränen trocknen. „Das war eine harte Zeit“, blickt die junge Mutter zurück.

Auch die Familien der beiden verbringen jede freie Minute am Krankenbett, das Mäder am Wochenende nicht einmal zum Duschen verlassen darf. Zu groß ist das Risiko.

So schafft es die junge Mutter bis zur 32. Woche. Dann wollen die Ärzte nicht mehr länger warten, entscheiden sich für den Kaiserschnitt, denn immer wieder ist die Versorgung des kleinen Johannes unterbrochen. Bei seiner Geburt ist er mit gerade einmal 715 Gramm halb so schwer wie seine Geschwister. Während Lukas und Amelie nach einem Monat nach Hause dürfen, wird der Jüngste noch vier Wochen länger in der Klinik betreut. „Das wichtigste für uns war, dass alle gesund sind“, sagt Passig.

Der Industriemechaniker hat sich einen Monat frei genommen, um seiner Lebensgefährtin daheim unter die Arme zu greifen. Füttern, wickeln, in den Schlaf wiegen: Was manche Eltern schon mit einem Kind an die Grenzen bringt, müssen die beiden Peitinger dreifach bewältigen. Da trifft es sich gut, dass die Großeltern quasi um die Ecke wohnen und für ein wenig Entlastung im stressigen Alltag sorgen können.

Einfache Dinge werden zudem schnell zur Herausforderung. „Mit dem großen Kinderwagen komme ich beim V-Markt gar nicht durch die Kasse“, erzählt Mäder lachend. Und das Auto hat das Paar bereits gegen einen VW-Bus eingetauscht. „Anders bringen wir die Kinder samt Kinderwagen gar nicht unter“, sagt Passig. Das Kinderzimmer müssen sich die Drei jedoch erst einmal teilen. „Mehr können wir uns im Moment nicht leisten.“

Immerhin: Als kleine Starthilfe hat Asam einen Scheck der Gemeinde dabei. „Wenn ihr etwas braucht, traut euch und kommt vorbei“, sichert der Gemeindechef zudem den jungen Eltern seine Untersützung zu. Und Tina Kurz vom Sozialdienst katholischer Frauen überreicht das Willkommenspaket – natürlich in dreifacher Ausführung.

Christoph Peters

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