Radweg an der Marktoberdorfer Straße 

Sicherheit vor Stadtbild?

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Der Großteil der Bäume müsste nach aktuellen Planungen für den neuen Rad- und Fußweg am Rößlekellerberg weichen.

Schongau – Es ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit: Wie berichtet soll entlang der Marktoberdorfer Straße vom äußeren Kreisverkehr bis zum Schulzentrum auf beiden Seiten ein Radweg entstehen. Im Bauausschuss  erntete aber die Planung für den Bereich Rößlekellerberg heftigen Protest.

Dass die vorhandene Situation dringend verbessert werden muss, hatte der Stadtrat bereits im vergangenen August erkannt. Das Gremium war damals dem Antrag der CSU-Fraktion gefolgt, die eine Verbesserung der Anbindung des Schulzentrums per Fahrrad forderte. Dies machte auch deshalb Sinn, weil die Fahrbahn der Marktoberdorfer Straße in diesem Jahr ohnehin erneuert werden muss und die entstehenden Gebäude auf dem ehemaligen Bolzplatz-Gelände an das Kanalnetz angeschlossen werden müssen. 

Die rund 650000 Euro teure Radweg-Planung, die Martin Blockhaus vom Ingenieurbüro Achmüller nun präsentierte, sah folgendermaßen aus: Stadteinwärts soll vom äußeren Kreisverkehr bis zur Lerchenstraße ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn aufgebracht werden. Von der Lerchenstraße an wird der vorhandene schmale Fußweg zu einem Geh- und Radweg ausgebaut, der durch einen 75 Zentimeter breitem Sicherheitsstreifen von der Straße getrennt ist. Weil der neue Weg erhöht wird, muss an manchen Stellen auf der anderen Seite das Gelände aufgeschüttet oder mit einer Stützmauer versehen werden. Dies werde man mit den Anliegern noch besprechen, kündigte Stadtbauamtmitarbeiter Alexander Joseph an. 

Richtig verzwickt wird es am Rößlekellerberg. Dort, wo bislang nur ein schmaler Fußweg abwärts führt, soll ein Rad- und Gehweg entstehen. Um genügend Platz zu schaffen, muss laut Blockhaus ein Großteil der vorhandenen Bäume weichen und im Kurvenbereich eine 65 Meter lange und zwei Meter hohe Stützmauer entlang des Hanges errichtet werden. 

Damit freilich stieß er im Gremium auf wenig Gegenliebe. „Das verändert den gesamten Allee-Charakter“, sagte Helmut Schmidbauer (CSU). Robert Bohrer (SPD) hielt die Baumfällungen für „Wahnsinn“, die die Einfahrt der Stadt in eine „Asphaltwüste“ verwandle. Kräftig schlucken musste auch sein Fraktionskollege Werner Floßmann. Da half es auch nichts, dass Stadtbaumeister Ulrich Knecht darauf hin wies, dass die Bäume zum großen Teil ihren Zenit überschritten hätten und man den Radweg nicht um sie herum planen könne. Um die Bäume zu retten, stellte Bohrer sogar in Frage, ob ein Radweg auf beiden Seiten nötig sei. Das ging Stephan Hild (UWV) allerdings zu weit. „Da muss ich sagen, dass mir die Sicherheit mehr wert ist als das Stadtbild.“ 

Um mehr Sicherheit drehte sich auch Bohrers Forderung nach einer Querungshilfe für Radfahrer an der Schönlinder Straße. Diese war aus Kostengründen gar nicht im Plan enthalten, denn dafür benötige es Grund von Kirche und Sparkasse, wie Joseph erklärte. Vor Jahren sei man schon einmal mit einem entsprechenden Kauf-Ansinnen abgeblitzt. Eine schnelle Lösung sei deshalb nicht in Sicht. „Aber wir müssen es angehen“, forderte auch Hild. 

 Letztendlich stimmte das Gremium gegen die Stimme Schmidbauers dafür, den für den Kanalbau notwendigen Teil in Angriff zu nehmen. Die Planung am Rößlekellerberg soll dagegen noch einmal überarbeitet werden. chpe

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