Rottenbucher Leonhardiritt

Reiter trotzen dem Wetter

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Ganz schön zugig war es auf dem Bock der Kutschen und dem Rücken der Pferde. Doch die Teilnehmer des Rottenbucher Leonhardiritts ließen sich davon nicht beeindrucken.

Rottenbuch – Was das Wetter anbelangt, so hatten die Rottenbucher bei ihrem Leonhardiritt am Sonntag weniger Glück als die in Schongau am Tag zuvor. Regen und Schneefall bei Temperaturen um null Grad hat die Rosserer nicht abgeschreckt. 81 Reiter, 16 Kutschen, Landauer und Festwagen sowie die Musikkapellen aus Böbing, Schönberg, Bad Bayersoien und Rottenbuch bildeten dem Wetter trotzend einen stattlichen Zug vom Hoffeld rein in den Ort.

Dieses Wetter hatte der Heilige Leonhard – vor allem aber die Rosserer– nicht verdient. Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg hatte zwar am frühen Morgen noch um gutes Wetter gebetet, aber so richtig Gehör hatte er damit allem Anschein nach nicht gefunden. Schon draußen auf dem Hoffeld, als sich Ross und Reiter zum Zug versammelten, fing es an zu schneien. Übel vor allem für die Musiker der Musikkapellen, die mit allerhand Tricks versuchten, ihre Instrumente vor Nässe zu schützen.

Wohl denen, die ein trockenes Plätzchen in dem noblen überdachten Landauer von Ludwig Bertl (Schönberg) ergattert hatten. Nämlich Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Trachtler Landesvorsitzender Max Bertl und die beiden Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Florian Streibl. Die Bürgermeister aus Rottenbuch und Umgebung sowie die Don Bosco Ordensschwestern „durften“ offen fahren. Dem Wetter trotzten auch Pfarrer Josef Fegg, der sich hoch zu Ross in den Zug eingereihte, für dessen Ordnung und Reihenfolge wiederum Magnus Stückl gesorgt hatte.

Ganz kurzfristig hatten sich die Organisatoren um Bürgermeister Markus Bader in Absprache mit Josef Fegg für den Gottesdienst in der Pfarrkirche und nicht –wie bereits vorbereitet – auf dem Fohlenmarktplatz entschieden. Noch vorher, am Kriegerdenkmal, segnete Pfarrer Fegg Ross und Reiter.

Rottenbucher Leonhardiritt 2016 - die Bilder

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Fegg diesmal den Bauernstand. „Ohne Bauernstand leidet unser Bayernland“, betonte er, womit der Pfarrer dessen Stellenwert zum Ausdruck bringen wollte. Den um das Jahr 500 nach Christus lebenden Heiligen Leonhard, der die unschuldig in Ketten gefesselten Gefangenen befreite, bezeichnete der Geistliche als Sinnbild und Mahnung. Allerdings: Unsichtbare Ketten würden in der heutigen Zeit viele Menschen tragen. „Bankkonto, Ehrgeiz und berufliche Sorgen sind es, die uns binden.“ Der Pfarrer des Pfarrverbandes Franz Xaver bat: „Haltet zam in der Familie, im Dorf und über die Ortsgrenze hinaus.“ Unerschütterliche Glauben vereinige die Menschen, über die Gott schützend seine Hand halte.

Die beiden Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Florian Streibl waren sich einig, als sie sagten: „ Dieser Brauchtumsritt gehört zum Oberland mit all seinen Menschen.“

Den Gottesdienst musikalisch gestaltete die Schönberger Musikkapelle mit Kirchenliedern und dem Bruckner Choral. Nach dem Gottesdienst konnten sich die Besucher noch vor dem Nachhauseweg am „Würstl-Stand“ der Tennisabteilung noch kurz stärken.

Walter Kindlmann

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