Leiter Wolfgang Stabbauer wechselt nach Peißenberg

Schongauer Jugendzentrum ab sofort geschlossen

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Die Räume des Juze im Köhlerstadel könnten übergangsweise für den Hort genutzt werden.

Schongau – Im nächsten Jahr steht beim Jugendzentrum in Schongau ein großes Jubiläum an. Die Einrichtung im Köhlerstadel wird 30 Jahre alt. Doch darüber dürfte sich Wolfgang Stabbauer keine Gedanken mehr machen. Wie in der jüngsten Sitzung des Stadtrats bekannt wurde, hat das Landratsamt überraschend beschlossen, den langjährigen Leiter mit Beginn des kommenden Jahres nach Peißenberg zu versetzen. Seine Nachfolge ist offen, genau wie die Zukunft des Gebäudes. Das Juze bleibt deshalb vorerst geschlossen.

 Da das Personal vom Landratsamt gestellt würde, habe man auf die Entscheidung keinen Einfluss, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir damit umgehen.“

Die hatten sich die Jugendreferentin Mona Maucher (UWV)und Helmut Hunger (CSU)schon gemacht. „Wir wünschen, dass die Stelle neu ausgeschrieben wird, um baldmöglichst einen adäquaten Nachfolger installieren zu können“, sagte Hunger. Gleichzeitig solle die Gelegenheit genutzt werden, das in die Jahre gekommene Juze herzurichten, forderte der CSU-Stadtrat.

Doch bei der Stadt hatte man sich bereits Gedanken über eine anderweitige Nutzung des Gebäudes gemacht. Weil während des Neubaus der Grundschule dort bekanntlich vorübergehend Räume wegfallen, gebe es Überlegungen, den Köhlerstadel während der Bauzeit für die Hortgruppen zu nutzen, sagte Sluyterman.

Das sei nicht abwegig, denn dadurch könne man sich die immensen Kosten für zwei Container sparen, pro Stück immerhin rund 100 000 Euro. Ob dies möglich sei, müsse aber noch untersucht werden, fügte er hinzu.

Während sich das Gremium darüber einig war, dass die Leiter-Stelle möglichst bald wieder besetzt werden sollte, gingen die Meinungen über die temporäre Hort-Unterbringung auseinander. So fand Friedrich Zeller, dass die Jugendarbeit „nicht zwangsläufig im Köhlerstadel passieren“ müsse. Als Alternative konnte sich der SPD-Stadtrat einen Umzug des Juze etwa in leerstehende Gebäude in der Altstadt vorstellen.

Hunger bezweifelte indes, dass sich der Hort einfach und ohne große Kosten in den Köhlerstadel integrieren lasse – Stichwort Brandschutz. Er plädierte noch einmal für seinen Vorschlag, das Juze „auf gesunde Beine“ zu stellen. „Für einen Neustart brauchen wir ein entsprechendes Gebäude.“

Unterstützung erhielt er von Ilona Böse. „Wir dürfen der Jugend nicht nur Plätze wegnehmen“, forderte die SPD-Fraktionschefin und ehemalige Jugendreferentin. Gerade für Jugendliche, bei denen es „zuhause nicht ganz so toll ist“, sei das Juze eine wichtige Anlaufstation.

Am Freitag gab die Stadt bekannt, dass das Jugenzentrum bis auf weiteres geschlossen bleibt. "Durch die kurzfristige Umsetzung des Leiters, Herrn Stabbauer, an eine andere Wirkungsstätte kann leider ein nahtloser Übergang nicht stattfinden", heißt es in der Pressemitteilung. Sobald der Stadt Schongau wieder geeignetes Personal zur Verfügung stehe, werde das Juze wieder seine Türen für Jugendlichen öffnen.

Christoph Peters

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