Neue Geburtshilfe und Intensivstation eröffnet

Klinik Schongau: Vom Krankenbett ins Internet

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Highlight der neuen Kreißsäle sind die multifunktionalen Entbindungsbetten, die sich für unterschiedliche Gebärpositionen in Stellung bringen lassen.

Schongau – Nach einem Jahr Bauzeit wurden am Schongauer Krankenhaus jüngst die neue Geburtshilfe und Intensivstation eröffnet. Für die Klinik ist damit ein neues Zeitalter angebrochen.

Fernseher zählen längst zur Grundausstattung eines jeden Patientenzimmers, das ist auch im Schongauer Krankenhaus nicht anders. Dort geht man jetzt allerdings noch einen Schritt weiter: Wer demnächst eine Nachtin einem der vier sogenannten Intermediate Care-Betten verbringen muss, erhält über einen Monitor mit Touchscreen Zugriff auf das Internet. Der Web-Anschluss ist nur eine von zahlreichen Neuerungen, die die neue Intensivstation der Klinik bietet, welche am vergangenen Wochenende gemeinsam mit der neuen Geburtshilfe offiziell eröffnet wurde.

Fast genau vor einem Jahr war der Spatenstich für den Um- und Neubau vollzogen worden. Jetzt, zwölf Monate später, freute sich der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Reinhold Socher, über die Fertigstellung in „rekordverdächtiger Bauzeit“. Sein Dank galt bei der Eröffnungsfeier vor allem der Belegschaft, an der die Bauphase alles andere als „geräusch- und spurlos“ vorbeigegangen sei. „Das war eine harte Prüfung für die Ohren“, gab Socher zu. Doch die Geduld habe sich gelohnt.

Bestätigt werden seine Worte bei einem Rundgang durch die neuen Räume. Vor allem die neuen Kreißsäle haben nichts mehr zu tun mit jenen beengten Verhältnissen, unter denen Mütter bislang ihre Kinder zur Welt brachten. Schmale Türen, durch die kaum Patientenbetten passten, lange Wege durch mehrere Zimmer bis zur Gebärbadewanne oder Toilette: Für die sechs Beleghebammen gehören die Einschränkungen der vor 20 Jahren eigentlich als Provisorium eingerichteten Geburtsstation ab Montag endgültig der Vergangenheit an. Die beiden Kreißsäle der neuen Station sind farblich ansprechend gestaltet, verfügen über multifunktionale Entbindungsbetten und deutlich mehr Platz. Außerdem liegen sie wie der Gebärwannenbad- und der Reanimationsraum in der Nähe der OP-Säle, was bei einem Notfall die Verlegung erleichtert.

Gleiches gilt im Übrigen auch für die neue Intensivstation. Sie verfügt über sieben Intensivbetten sowie vier Intermediate Care Plätze. Wo früher Kabel über Kabel die Bewegungsfreiheit der Ärzte und Schwestern einschränkten, werden Patienten nun über schwenkbare Deckenvorrichtungen versorgt.

6,7 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Man sei damit im finanziell gesteckten Rahmen geblieben, erklärte Socher und lobte dafür Architekt Walter Koch, der schon 1992 die erste Baumaßnahme am Klinikum durchgeführt hatte. Auch Elisabeth Ulmer vergaß er nicht zu erwähnen. Ohne den Einsatz der vor kurzem ausgeschiedenen Geschäftsführerin „könnten wir heute nicht eröffnen“. Koch durfte anschließend gemeinsam mit Socher die symbolischen Schlüssel an Oberarzt Dr. Hans Michel sowie die Hebammen Christine Eder und Sibylle Kutzner übergeben, ehe Pfarrer Bernhard Mooser und Hartmut Stamm sowie Diakon Hans Steinhilber den Segen sprachen.  chpe


Bildergalerie:

Eröffnung Geburtshilfe und Intensivstation im Schongauer Krankenhaus

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