Schongauer Marienplatz wird zur Baustelle

Die alten Steine bleiben

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Acht Monate beträgt die Bauzeit für die Kanalerneuerung am Marienplatz. Aufgeteilt wird sie auf zwei Jahre.

Schongau – Die Steine sind locker und auch die Leitungen sind in die Jahre gekommen. Deshalb soll der Marienplatz technisch saniert werden. Über verschiedene Konzepte wurde in der jüngsten Stadtratssitzung beraten.

„Die Herzkammer der Altstadt gehört vitalisiert“, verdeutlichte Ulrich Knecht. „Die Einkaufsvoraussetzungen verbessern“ stehe dabei im Fokus. „Wir brauchen attraktive Lösungen“, sagte der Stadtbaumeister. Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch eine Weile. Zunächst will die Stadt „jetzt das Notwendigste tun.“ „Ich bin für geringen Aufwand“, meinte Knecht zur fälligen technischen Sanierung. Die Oberfläche solle dennoch strapazierfähig werden. Etwa fünf oder zehn Jahre – „so lange müsse der Marienplatz durchhalten“, bis weitere Maßnahmen getroffen werden können. 

Zunächst haben Münz- und Weinstraße Vorrang. Im Mittelpunkt stehen am Marienplatz deshalb erst einmal nur die Kanal- und Trinkwasserleitungen. Die Löcher sollen dann so geschlossen werden, dass auch das Wasser wieder gut ablaufen kann. „Das ist das A und O“, erklärte Planer Roland Kindlbacher. Doch zunächst musste geklärt werden, welche Variante nun tatsächlich durchgeführt wird. 

Drei Varianten und zusätzlich eine Modifikation wurden ausgearbeitet. Die momentane Bettung aus Kalksplitt sei nicht für Fahrbahnen, die Steinstärke nur für Fußwege geeignet, erläuterte Kindlbacher den Ist-Status und erklärte die verschiedenen Optionen. Die beiden einfachsten (Variante 1 und 1.1) würden mit 1,45 Millionen Euro beziehungsweise 1,38 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Unterbau bliebe hier gleich, die Löcher würden mit den alten Steinen verschlossen. Nur der Drainasphalt würde erneuert. 

Die zweite Variante würde 1,49 Millionen Euro kosten und wäre durch Änderungen am Unterbau etwas aufwendiger. Alle drei Varianten hätten keine Gewährleistung. Die hätte nur die vierte, die mit 1,84 Millionen Euro gleichzeitig die teuerste wäre, weil sie neue Steine sowie eine Verbesserung des Unterbaus beinhalten würde. 

„Der Fehler des Platzes ist die Fahrbahn“, war sich Paul Huber (CSU) sicher. Außerdem wolle er die „Rennbahn wegkriegen“. Ilona Böse (SPD) sprach sich dagegen aus, jetzt nur eine halbherzige Lösung zu beschließen. „Das ist sehr viel Geld und es gibt keine Qualitätsverbesserung“, monierte sie. 

 Dann galt es, über die Varianten abzustimmen. Die Räte plädierten für verschiedene Konzepte. Variante 4 wollte keiner. Daher wurde erst über Variante 3 abgestimmt, zwei Räte waren dafür, dann über Variante 2, für die ebenfalls zwei Räte stimmten. Schließlich wurde mit sechs Gegenstimmen die günstigste Variante 1.1 beschlossen. 

„Jetzt können wir voll einsteigen in die Ausführungsplanung“, zeigte sich Knecht zufrieden. Im Frühjahr sollen die Vergaben starten, danach die Baumaßnahmen. „Wir werden uns in der Länge durcharbeiten“, sagte Kindlbacher. Die Geschäfte sollen dabei immer zugänglich bleiben, die Straße wird zeitweise nur als Einbahnstraße befahrbar sein. Insgesamt sind für die Sanierung acht Monate Bauzeit geplant, die auf zwei Jahre aufgeteilt werden sollen.

Ursula Gnadl

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