Aus für Schongauer Solarparks?

Kommt der Solarpark Schongau Nord? Derzeit sieht es nicht so aus. Foto: Peters

Es ist eine Nachricht, die eine ganze Branche in Aufruhr versetzt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Bundesregierung plant, die Förderung für Solaranlagen drastisch zu kürzen. So müssen große Solarparks ab dem 9. März mit knapp 30 Prozent weniger Förderung auskommen, für Betreiber von Solaranlagen auf dem Hausdach sinkt die finanzielle Unterstützung um 20 Prozent. Für die beiden großen Solarparks, die derzeit in Schongau geplant werden, könnte das das Aus bedeuten.

Am Telefon will sich Tobias Mader gar nicht mehr beruhigen. Die Worte sprudeln nur so aus dem Geschäftsführer der Schwabsoier Volllast GmbH heraus. Und es sind keine netten Worte, die Mader gebraucht. Gerade hat auch ihn die Nachricht aus Berlin erreicht, eine Nachricht, die das Geschäft seiner Firma nachhaltig beeinträchtigen könnte. Sein Unternehmen baut und betreut deutschlandweit große Photovoltaikanlagen. Auch im Schongauer Norden soll ein solcher Solarpark entstehen. Der Stadtrat hat bereits im Dezember seine Zustimmung gegeben. Bis Juni wollte Mader das Projekt fertigstellen, die Pachtverträge für die Grundstücke sind teilweise bereits unterschrieben, doch nun droht dem Solarpark das Aus. Denn mit der ab März geplanten Kürzung der Einspeisevergütung um 30 Prozent auf 13,5 Cent pro Kilowattstunde lohnt sich der Betrieb für Volllast nicht mehr. „Bei den Konditionen können wir nicht bauen“, sagt Mader. Die Entscheidung der Bundesregierung sei „ein Schlag ins Gesicht“. Er komme sich vor wie in einem „Bananenstaat“, ärgert sich der Geschäftsführer, der nun als erstes die bereits bestellten Solarmodule wieder abbestellen will. Auch bei der Oderdinger Firma SES schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Das Unternehmen hatte kürzlich bekannt gegeben, auf der UPM-Altdeponie im Schongauer Osten ebenfalls einen Solarpark errichten zu wollen. „Wir müssen das jetzt nochmal ganz genau durchrechnen“, sagt Vertriebsleiter Martin Pape, und Vorstand Ingo Martin stellt sich fassungslos die Frage, wie man die Energiewende schaffen wolle, „wenn man die Photovoltaik jetzt so abwürgt?“ Auch Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl zeigte sich überrascht. „Sollten die Solarparks nicht gebaut werden, bedauern wir das als Stadt sehr.“ Man werde nun erst einmal das Gespräch mit den Betreibern suchen. Durch die Kürzung der Förderung für Solaranlagen auf Hausdächern ist die Stadt auch selbst direkt betroffen. Zwar habe man in der Vergangenheit bereits kräftig investiert, doch wie es mit dem Ausbau weitergehen soll, müsse nun „intern diskutiert werden“, so Gerbl.

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