Ehrenamtspreis für Stadtkapellmeister Marcus Graf

Für den guten Ton in der Stadt

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Hans Atzenbeck, Elisabeth Walter (beide Freundeskreis Asyl), Karin und Marcus Graf, Bürgermeister Falk Sluyterman, Beatrice Amberg und Maria Mader (beide Schongau belebt).

Schongau – Ein Bläserquintett der Stadtkapelle, das für die musikalische Umrahmung sorgte, weihnachtliche Dekoration auf den Tischen im Rathaussaal: Bürgermeister Falk Sluyterman hatte für die Weihnachtssitzung des Stadtrates am Dienstag nichts dem Zufall überlassen. Im Mittelpunkt stand die Verleihung des Ehrenamtspreises der Bürgerstiftung an Stadtkapellmeister Marcus Graf. Zwei Vereine durften sich zudem über eine finanzielle Unterstützung freuen.

Nachdem der erste Ehrenamtspreis im vergangenen Jahr an den Verein Tropfen gegangen war, hat sich der Stiftungsrat heuer für die Auszeichnung einer einzelnen Person entschieden. Man habe viele Vorschläge aus allen Bereichen bekommen, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman, was zeige, welch große Bedeutung das Ehrenamt in Schongau habe.

„Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“ habe der Schauspieler Ewald Balser einmal gesagt, zitierte Sluyterman. „So jemand ist Marcus Graf.“ Seit 1996 sorge der Dirigent der Stadtkapelle „für den guten Ton in unserer Stadt“, lobte das Stadtoberhaupt. „Ohne ihn wäre Schongau musikalisch um vieles ärmer.“

Er erinnerte an die vielen Auftritte, die Graf jedes Jahr mit der Stadtkapelle stemme, darunter heuer die „Schongau Classics“, für Sluyterman „der musikalische Höhepunkt des Jahres“. Manchmal komme es ihm vor, als habe der Stadtkapellmeister mehr Termine als er selber, schmunzelte der Bürgermeister.

Marcus Graf zeigte sich „zutiefst berührt“ über den mit 500 Euro dotierten Ehrenamtspreis. Er bedankte sich für die Anerkennung, fügte jedoch bescheiden hinzu: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon genug geleistet habe für die Stadt, um hier stehen zu dürfen.“ Am Beispiel eines fiktiven Dialogs hatte Graf zuvor ein eindringliches Plädoyer für die Wertschätzung der Kultur gehalten. Das Preisgeld will der Stadtkapellmeister für sein nächstes Projekt verwenden, das sich um „bewegte Begegnung“ dreht. Mehr könne er allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten.

Geld für zwei Vereine Es war nicht der einzige Scheck, den Bürgermeister Falk Sluyterman an diesem Abend überreichen konnte. So schüttete die Bürgerstiftung 1000 Euro an den Verein Schongau belebt aus, vertreten durch Beatrice Amberg und Maria Mader. Dieser habe seit seiner Gründung 2014 mit vielen Aktionen dazu beigetragen, die Stadt zu beleben, lobte Sluyterman. Als Beispiele nannte er den Bürgersteigflohmarkt, die Hexennacht, den offenen Bücherschrank oder das Dinner in weiß. Ganz nach dem Motto: „Nicht besser wissen, sondern selber machen.“

500 Euro gab es außerdem für den Freundeskreis Asyl. Dieser kümmere sich seit vielen Jahren um die Asylbewerber in der Lechstadt, sagte der Bürgermeister. Eine Aufgabe, die gerade durch die aktuelle Entwicklung wichtiger denn je sei. Das Geld sei speziell gedacht für den Deutschunterricht, fügte Sluyterman hinzu, ehe er den symbolischen Scheck an die Freundeskreis-Vertreter Hans Atzenbeck und Elisabeth Walter übergab.

Christoph Peters

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