Fußgängerzone am Marienplatz

Von Sonnenschirmen bis Wasserdüsen

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So sieht die Entwurfsplanung für den Marienplatz aus, die im Stadtrat vorgestellt wurde. Nicht alles, etwa die Bäume im Norden, kann allerdings so umgestzt werden. 

Schongau – Am Dienstag hat sich der Stadtrat erneut mit der geplanten Fußgängerzone am Marienplatz beschäftigt. Diesmal stand die Ausstattung im Fokus.

Gleich zu beginn wies Planer Jochen Baur darauf hin, dass die Untere Denkmalschutzbehörde bei einem Ortstermin noch einmal vor einer Übermöblierung des als Ensemble geschützten Platzes gewarnt habe. „Wir sind da stark in die Schranken gewiesen worden“, ergänzte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Allzu groß waren deshalb die Änderungen gegenüber der bereits im Oktober präsentierten Vorentwurfsplanung nicht.

Sonnenschirme: 

Statt frei bewegliche Schirme aufzustellen, sollen nun zehn Hülsen in den Boden betoniert werden, in denen je nach Bedarf sechs vier mal vier Meter große Schirme fest montiert werden können. Als Grund für die Änderung nannte Knecht den Sicherheitsaspekt. „Wir stehen als Stadt in der Haftung.“ Vorteil: Die Schirme können zu einem Regenschutz kombiniert werden.

Beleuchtung und Bäume: 

Die vier Bäume rund um den Brunnen sind laut Baur nicht mehr gesund und sollen ersetzt werden. Weitere Baum­pflanzungen, etwa vor der Kirche oder auf dem Marienplatz, verhindert der Denkmalschutz. „Ich weiß, dass sich da manch einer mehr erwartet hat“, sagte Knecht. Die bisherige Beleuchtung bleibt erhalten. Ergänzt werden soll sie durch Bodenstrahler, die einerseits die Bäume im Bereich des Brunnens illuminieren und zum anderen die Giebelseiten des historischen Ballenhauses.

Wasser:

Hier hatte Baur gleich mehrere Vorschläge parat. Neben den bereits in der ersten Planung genannten Trinkwasserspender und einer Wasserrinne samt Auffangbecken, präsentierte er als zusätzliche Attraktion ein Wasserspiel, bei dem vier Düsen für Wasserfontänen sorgen.

So könnte das geplante Liegedeck aussehen.

Bühne und Bänke: 

Baur stellte neben den eher klassischen Sitzbänken modernere Varianten vor, die auf dem Marienplatz aufgestellt werden könnten. Neu war der Vorschlag, südlich des Brunnens ein Liegedeck zu positionieren, das mit einer Größe von vier auf vier Meter auch als kleine Bühne genutzt werden könnte.

Zu teuer 

Besonders beim Thema Wasser gingen bei der anschließenden Diskussion die Meinungen auseinander. Hauptkritikpunkt beim Wasserspiel waren die Kosten, die der Planer auf zwischen 50 000 und 83 000 Euro bezifferte, je nach Ausführung. Die Betriebskosten waren da noch nicht eingerechnet. „Schön, aber zu teuer“, fand die Fontänen nicht nur Michael Eberle (CSU). Mit 17:4 Stimmen wurde die Idee verworfen.

Umstritten war auch, ob die Wasserrinne tatsächlich als Rinne oder besser als flache Mulde ausgeführt werden sollte. Während etwa Marianne Porsche-Rohrer (CSU)für letzteres plädierte, weil sie andernfalls eine Stolperfalle für Sehbehinderte fürchtete, hatten andere Räte Bedenken, dass das Wasser in diesem Fall wie ein wenig ansehnliches Rinnsal wirke. „Dann können wir es gleich lassen“, sagte Gregor Schuppe (ALS). Eine deutliche Mehrheit (15:6) stimmte anschließend für die Rinne.

Gut kamen bei den Räten die modernen Bänke und das Liegedeck an. Beides lade Kinder zum Spielen ein, freute sich Ilona Böse, die damit auch eine Forderung der Bürgerschaft in der Ideenwerkstatt erfüllt sah. Die Entscheidung für diese Variante der Sitzgelegenheiten fiel fast einstimmig (20:1).

Bei den übrigen Punkten wie der Beleuchtung, dem Trinkwasserbrunnen in klassischer Art, den Bäumen am Marienbrunnen und den Sonnenschirmen herrschte dagegen kaum Diskussionsbedarf. Durch die Änderungen steigen die Kosten von 250 000 Euro auf 285 000 Euro.

Dass davon allein 78 000 Euro auf den Straßenbau entfielen, obwohl an den Straßen oberflächlich ja gar nichts verändert wird, irritierte Paul Huber (CSU). Baur begründete die hohen Kosten mit den neuen Baumgruben, den zahlreichen Leitungen, die verlegt werden müssten und dem Fundament für die Hülsen der Sonnenschirme. Mit 19:2 Stimmen segnete das Gremium schließlich die Entwurfsplanung ab.

Nicht alle Räte jedoch waren mit dem Erreichten zufrieden. „Ich hätte mir viel mehr erwartet“, sagte Gregor Schuppe enttäuscht. „Das Schongauer Bächle ist jetzt leider die einzige Attraktion.“

Christoph Peters

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