Verhandlungen laufen

Fernwärme für Herzogsägmühle?

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UPM liefert seit 1967 Fernwärme an die Schongauer Stadtwerke.

Schongau – Knapp 900 Haushalte in Schongau werden aktuell durch die Firma UPM mit Fernwärme versorgt. Bald schon könnte sich die Anzahl auf einen Schlag deutlich erhöhen. Grund dafür sind Überlegungen, das Diakoniedorf Herzogsägmühle an das Leitungsnetz anzuschließen.

Normalerweise sind Sitzungen des Werksausschusses unspektakulär, doch als Kämmerer Werner Hefele vor Jahresende den Haushaltsplan der Schongauer Stadtwerke vorstellte, verbarg sich darin eine faustdicke Überraschung. So wies das Zahlenwerk für 2016 Planungskosten von 400 000 Euro für einen Anschluss von Herzogsägmühle an das Schongauer Fernwärmenetz aus. Die Kosten für den Bau der neuen Leitung bezifferte Hefele auf rund fünf Millionen Euro.

 Im Gremium sorgte die Nachricht für Staunen. „Darüber haben wir noch nie gesprochen“, sagte Paul Huber (CSU). Tatsächlich seien bislang alle Gespräche intern abgelaufen, entgegnete der Kämmerer und beruhigte: „Vor der genauen Planung wären Sie natürlich informiert worden.“ Mit der Aufnahme der Kosten in den Haushalt wolle man für den Fall der Fälle handlungsfähig bleiben. Noch sei allerdings nichts spruchreif.

Das bestätigt auch Josef Schuh, zuständig für die Infrastruktur in Herzogsägmühle. Schon seit längerem überlegt man im Diakoniedorf ganz im Sinne der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende, den Anteil der fossilen Energieträger zu reduzieren. „Derzeit nutzen wir noch überwiegend Erdgas.“ Im vergangenen Sommer gab es mit Vertretern der Schongauer Stadtwerke die ersten Gespräche über den Anschluss ans Fernwärmenetz.

Es ist jedoch nicht die einzige Option. Geprüft wird laut Schuh alternativ auch der Bau eines Biomassekraftwerks. Aktuell betreibt das Diakoniedorf bereits eine kleine Hackschnitzel-Anlage. Rund 50 Gebäude mit 1000 Menschen gilt es zu versorgen. „Am Ende ist klar: Es muss sich rechnen“, betont der Infrastruktur-Leiter.

Das Zeitfenster, in dem die endgültige Entscheidung fallen muss, ist klein. Das liegt daran, dass das Staatliche Bauamt plant, 2017 die Peitinger Straße zu sanieren. In diesem Zug könnten die Stadtwerke zumindest einen Teil der Leitung kostengünstig verlegen.

Technisch wäre die 3,6 Kilometer lange neue Hauptleitung auf jeden Fall machbar, sagte Stadtwerke-Chef Walter Frömmrich im Werkausschuss. Hubers Anregung, statt Herzogsägmühle lieber Schongau West mit Fernwärme zu versorgen, erteilte er eine Absage. So bestünden für das Gebiet noch Verträge mit Erdgas Schwaben, die bis 2022 liefen. Auch einen signifikanten Anstieg des Wärmeverlusts, wie ihn Huber prophezeite, hielt Frömmrich für wenig wahrscheinlich. Zuletzt sei dieser sogar gesunken, nachdem man die Wärmetauscher erneuert habe.

chpe

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