Wo Schongaus Senioren der Schuh drückt

Von

ANTON JUNGWIRTH, Schongau - Zur ersten Seniorenbürgerversammlung überhaupt hatte Stadtoberhaupt Karl-Heinz Gerbl die älteren BürgerInnen geladen. Etwa 30 kamen ins Jakob-Pfeiffer-Haus und zeigten mit zahlreichen Wortmeldungen, Anträgen und Bitten, dass für sie in der Lechstadt einiges im Argen liegt. Wie schon bei der allgemeinen Bürgerversammlung (wir berichteten) ließ Gerbl das vergangene Jahr Revue passieren, legte dar, was alles passiert war und begründete erneut den rigiden Sparkurs inklusive Haushaltssperre, die er kürzlich verkündet hatte. „Die weltweite Finanzkrise macht auch vor den Stadttoren Schongaus nicht halt“, verkündete Gerbl. Wegen der ungünstigen Gesamtsituation werden die Gewerbesteuereinnahmen statt der prognostizierten 7,1 Mio. Euro auf unter vier Mio. Euro sinken. „Das ist ein Rückgang um über 45 Prozent“, rechnete Gerbl den Anwesenden vor. Zwei neue Informationen hatte Gerbl allerdings in petto: „Wie geht es weiter mit dem Münzgebäude?“, fragte er in die Runde und erklärte anschließend, dass es mittlerweile einen Interessenten gäbe, der „näheres Interesse bekunde“ und mit dem Gebäude „bestimmtes vorhabe“. Doch sei hierfür ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes erforderlich und der koste Geld. „Die Frage ist, ob der Interessent, der dann Mieter wird, diese Miete auch leisten kann“, resümierte Gerbl. Zweiter Punkt war die kürzlich ausgebrannte Agentur für Arbeit. „Bei Bedarf stehen städtische Räume zur Verfügung“, erklärte der Bürgermeister. Die Senioren hatten zahlreiche Fragen an den Bürgermeister. „Die Tore am Waldfriedhof sind ständig offen. Ich möchte sie bitten, dass diese geschlossen bleiben, damit Hunde dort nicht einfach reinlaufen können“, forderte Sepp Holzheu. Er schlug vor, dort Schilder anbringen zu lassen, die zum Schließen der Tore auffordern. Dem Vorschlag von Gerbl, Rückholfedern an den Toren anbringen zu lassen, erteilten die Senioren eine Absage: „Das ist für Leute mit Rollstuhl oder Gehwagen nichts“, hieß es. Iwan Buchmüller beklagte die starke Verschmutzung durch Hundekot entlang des Hohen und Faulen Grabens. Die aufgestellten Boxen mit den zur Entsorgung der Exkremente vorgesehenen Tüten würden kaum benutzt oder von Jugendlichen in alle Winde verstreut. „Ich schlage vor, dass die Stadt jemanden einstellt, der das überwacht. Die Stadt könnte diesen über die Hundesteuer, die erhöht werden sollte, bezahlen“, lautete sein Lösungsvorschlag. Elle Riedel aus dem Schongauer Forchet forderte mehr Ruhebänke entlang des Hauptwegs. „Können solche Bänke nicht von Schongauer Firmen gesponsort werden?“, fragte die rüstige Dame an und verwies darauf, dass dies in anderen Städten durchaus üblich sei. Werner Wendlinger klagte über die katastrophale Verkehrssituation entlang der Lechvorstadt: „Da gibt es keine Querungshilfen für uns.“ Gleichzeitig verwies er darauf, dass das äußere Erscheinungsbild Schongaus entlang des Bahnhofs sehr zu wünschen übrig lasse. Bürgermeister Gerbl erklärte, dass das Bahnhofsareal in das Stadtsanierungsgebiet „Lechvorstadt“ mit hinein genommen worden sei. „Auch das Gebiet wird jetzt überplant“, sagte Gerbl, räumte aber ein, dass das dortige Gebiet insgesamt schwierig zu beplanen sei. Thematisiert wurde auch die Bürgerwehr, die seit dem Verbot von Raketen an Silvester in der Altstadt im Gespräch ist. „So eine Einrichtung wäre wünschenswert“, meinte Arthur Simnacher. Bürgermeister Gerbl pflichtete ihm bei und meinte abschließend: „Bis Silvester müssen wir das auf jeden Fall entschieden haben“.

Meistgelesene Artikel

Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongau – In Schongau lebten zum Jahresende 188 Flüchtlinge, darunter einige sogenannte Fehlbeleger. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Denn ob und …
Immer mehr "Fehlbeleger"

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig …
Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Kommentare