Wer schrieb die Drohbriefe? Weilheimer Kriminalpolizei ermittelt – Schüler gehen seit gestern wieder in die Schule

Polizisten sorgen die nächsten Tage für Sicherheit auf dem Schulgelände. Schülerinnen und Schüler gehen seit gestern wieder in die Schule. Wer die Drohbriefe geschrieben hatte, muss die Kriminalpolizei herausfinden. Foto: Herold

Die Entscheidung fiel spät: Um 4 Uhr morgens in der Nacht zum Montag beschloss Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Süd, den Unterricht an den Schulen des Schulzentrums Schongau sowie in der Berufsschule abzusagen. Am Abend zuvor waren an den Autos mehrerer Lehrer und teils auch in deren Briefkästen fünf Flugblätter mit anonymen Drohungen aufgetaucht.

Während die rund 4 000 Schüler und Lehrer über Radiodurchsagen, durch die Schulbusfahrer und Polizisten am Bahnhof über die Schließung informiert wurden, sperrten Beamte der Schongauer Dienststelle und der Bereitschaftspolizei das Schulgelände ab. Einsatzkräfte mit Spürhunden suchten anschließend die Gebäude der Mittel-, Real- und Grundschule sowie des Welfen-Gymnasiums nach Sprengstoff und Waffen ab. Auch die Berufsschule wurde durchsucht. Um 12 Uhr konnte Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern, schließlich Entwarnung geben. Die Suche habe nichts Verdächtiges ergeben, teilte er mit. Die Erleichterung darüber war bei allen groß. „Gott sei Dank wurde nichts gefunden“, sagte Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, der bereits um 7 Uhr morgens zum Schulzentrum geeilt war. Wer hinter den Drohbriefen steckt, versucht derzeit die Kriminalpolizei Weilheim zu ermitteln. Die Schulen nahmen bereits am gestrigen Dienstag den Betrieb wieder auf. Nur wenige Schüler waren daheimgeblieben. „Die stecken das ganz gut weg“, stellte der Konrektor der Realschule, Armin Eder, am Vormittag fest. Ganz hat der Alltag die Schüler jedoch nicht wieder zurück: Polizisten patrouillieren die nächsten Tage über das Gelände, ein psychologisches Betreuungsteam steht für Gespräche zur Verfügung.

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