Schüler des Welfen-Gymnasiums übernehmen Waldklimastation

Bis vor kurzem haben 22 Waldklimastationen, verstreut über ganz Bayern, wichtige Daten über den Zustand des Waldes geliefert. Eine davon stand und steht im Sachsenrieder Forst. Auf Grund einer bayernweiten Neustrukturierung sollte diese im vergangenen Jahr allerdings geschlossen werden. Doch so weit kommt es nun nicht mehr, denn Schüler des Welfen-Gymnasiums übernahmen kürzlich die Forschungsstelle und starteten ein in Bayern bisher einzigartiges Projekt.

„Ich freue mich sehr, dass die Schülerinnen und Schüler diese Station in einem Pilotprojekt weiter betreiben werden und dass sie im Zuge ihrer Fach- beziehungsweise ihrer Seminararbeiten in der Geographie Messungen machen und diese laufend in ihre Arbeiten einfließen lassen“, sagte Eva Wiecha, die bis jetzt für die Forschungsstation zuständig war. Knapp 30 Schüler des Welfen-Gymnasiums waren mit ihren Lehrerinnen Michaela Kaspar, die als Fachbetreuerin für Geographie am Welfen-Gymnasium tätig ist und der Geographielehrerin Heike Bischof gekommen, um sich vor Ort über die zahlreichen Untersuchungsmöglichkeiten, die die Waldklimastation bietet, zu informieren. Zwölf Schüler werden im kommenden Schuljahr dem Geographie-Leistungskurs angehören, 15 weitere besuchen ein Wissenschaftsseminar mit dem Thema „Klimawandel“. Die zentrale Frage, die sich den Schülern stellt, lautet: „Wie reagiert der Wald auf die Witterung?“, sagte Kurt Amereller von der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising. Er stellte klar, dass in den letzten 20 Jahren die zehn wärmsten Jahre seit der Aufzeichnung von Wetterdaten gemessen wurden. „Wir sind im Klimawandel bereits mitten drin“, warnte Amereller und brachte gleichzeitig die Hoffnung zum Ausdruck, dass durch die Arbeiten der Schongauer Schüler weitere wichtige Eckbausteine bei der Erforschung des heimischen Waldes gewonnen werden können. Dabei kommt auf die Schüler eine Fülle von Aufgaben zu: „Im Rahmen des Programms ‘Bildung für nachhaltige Entwicklung’ müssen sie die Witterungsdaten, also den Niederschlag, die Temperatur und die Luftverschmutzung messen, überprüfen, ob der Boden sauer, neutral oder eher alkalisch reagiert und herausfinden, welche Insekten zu welcher Zeit hier vorzufinden sind“, erläuterte Kurt Amereller. Doch während die in früheren Jahren ermittelten Daten in den einmal jährlich veröffentlichten Waldzustandsbericht einflossen, werden die von den Schülern erhobenen und ausgewerteten Werte zunächst in ihre Fach- und Seminararbeiten einfließen. Aber wer weiß; schon oft haben auch solche Arbeiten zum Lösen großer wissenschaftlicher Fragen beigetragen.

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