Seidenglatte Fantasiewerke

Zwischen Birnbaumstamm und Olivenholz aus der Toskana: Reinhard Nowak zeigt Fantasien aus Fauna und Flora in edle Hölzer gearbeitet. Foto: Herold

Er nimmt sich Zeit und betrachtet genau, wo andere achtlos vorbeigehen. Er studiert Bewegungsabläufe in der Natur, die andere gar nicht mehr wahrnehmen. Er hat eine Beziehung zu ausgefallenen Hölzern, die bei vielen gar nicht bekannt sind. Die Rede ist von Reinhard Nowak aus Altenstadt, der mit einer ganz besonderen Ausstellung aufwartet. Der 64-Jährige zeigt seine ausgefallenen Werke in Holz noch bis zum 13. Dezember im Eingangsbereich der Hauptstelle der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel in Peiting.

„Jedes Stück ist ein Unikat, keines der Werke kann in gleicher Art nachgearbeitet werden“, erklärt der Künstler. Dabei hält er eines seiner Exponate in den Händen und streicht über die runde glatte Oberfläche. Es handelt sich um ein bearbeitetes Stück Wurzelholz vom roten Eukalyptusbaum von der Kanarischen Insel La Palma. Das Holz ist extrem hart, die Bearbeitung erfordert viel Geduld und Zeit. Vor allem Zeit, da Nowak alle seine Werke in reiner Handarbeit fertigt. Er verwendet auch für die Grobarbeiten keinerlei elektrische Maschinen, sondern nur Bildhauerwerkzeuge. Ansonsten würde „viel von der Seele des Stückes verlorengehen“, erklärt der Künstler. So sind Stemmeisen, Ziehklingen und Schleifpapier seine am häufigsten benutzten Werkzeuge. Die Liebe zu Holzarbeiten hat Nowak schon als Jugendlicher im Werkunterricht entdeckt. Immer wieder suchte Nowak in der Natur nach ausgefallenen Holzstücken, die er dann durch seine Ideen „zum Sprechen“ brachte. In den letzten 15 Jahren hat Nowak viel experimentiert, hat Holzstücke über längere Zeit beobachtet, wie sich diese nach Oberflächenbehandlungen verändern. Dass Nowak diese Behandlungen nur mit Naturprodukten vollzieht, ist für ihn ein Credo. Schon immer haben den Künstler Formen fasziniert, was sich auch in seiner Ausstellung widerspiegelt. Ein besonderes Unikat ist die Weihnachtskrippe mit ihren großen abgerundeten Figuren. Auch hier spiegelt Nowak seine eigenen Ideen wieder. Das Kind liegt bei ihm nicht in der Futterkrippe, sondern wird von Maria und Josef miteinander gleichberechtigt in den Händen gehalten.

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