"Der Welf" vorgestellt

Sieben Aufsätze auf 264 Seiten

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Freuen sich über das gelungene Jahrbuch „Der Welf“: (v. li.) Manfred Müller, Matthias Weniger, Heide Krauthauf, Professor Karl Filser, Franz Grundner und Harald Scharrer.

Schongau – Der neue Welf ist da: Der Historische Verein Schongau – Stadt und Land stellte sein neues Jahrbuch vor, das wieder sehr interessante Beiträge zu historischen Themen enthält.

Die Buchpräsentation im Ballenhaussaal in Schongau war gut besucht. Die Vorsitzende des Historischen Vereins, Heide Krauthauf, stellte den Inhalt des neuen Jahrbuchs „Der Welf“ vor: Das 264 Seiten umfassende Werk wartet heuer mit sieben Aufsätzen auf. Im Anschluss daran finden sich die Bibliographie sowie ein von Krauthauf verfasster Nachruf an den verstorbenen Pankraz Fried, den „Vater der schwäbischen Landesgeschichte“. 

Die ersten drei Aufsätze befassen sich mit Objekten, die aus dem alten Landkreis Schongau in das Bayerische Nationalmuseum gelangten: Dabei werde die ganze Bandbreite der Sammeltätigkeit deutlich, die den Bogen von der Romanik bis ins 20. Jahrhundert und von Objekten aus Steingaden und St. Michael in Altenstadt bis hin zu Wandbehängen der Josefa Heinrich aus Peiting spanne, führte Krauthauf aus. 

Im Aufsatz mit dem Titel „Objekte aus dem alten Landkreis Schongau im Bayerischen Nationalmuseum“ schildert etwa Dr. Matthias Weniger die Umstände, unter denen die Kunstgegenstände erworben wurden. Weniger beschreibt sämtliche Stücke aus dem alten Landkreis, die nicht von seinen Kollegen berücksichtigt wurden, und bietet viele Informationen zu kunsthistorisch interessanten Objekten. Der Aufsatz enthält viele Abbildungen, angefangen von einem Wappenstein aus Steingaden bis hin zu den Heiligenfiguren aus Altenstadt. 

Dr. Raphael Beuing, Referent für Waffen, Uhren, wissenschaftliche Instrumente und unedle Metalle am Bayerischen Nationalmuseum, beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit den Schongauer Pavesen: Die fünf Prunkschilde waren 1856 als Geschenk der Stadt Schongau an das neugegründete Bayerische Nationalmuseum gegeben worden. 

Unter dem Titel „Nach dem Ende der Klosterherrschaft – Schweizer Revolutionäre im Pfaffenwinkel“ schildert Peter Genner die Umstände, unter denen die Brüder Johann Rudolf und Hieronymus Meyer die Klöster Rottenbuch, Steingaden und Polling kauften, wie sie hier versuchten, Seidenbänder zu produzieren – und warum sie scheiterten. 

Professor Dr. Karl Filser ging in einem halbstündigen Vortrag auf die Aufzeichnungen des Kreuzlemachers Franz Glaswinkler aus Apfeldorf ein, denen Filser ein Kapitel gewidmet hat. Glaswinkler war Zeitzeuge und Chronist in einer Zeit des Umbruchs und berichtete beispielsweise über Hungersnöte Anfang des 19. Jahrhunderts, über die Folgen der Klostersäkularisation, über aufständische Tiroler und die Landwirtschaft. 

Harald Scharrer widmete sich der Schongauer Alm, die einst ein beliebtes Ausflugsziel für Familien war. Franz Grundner berichtet über aktuelle Neuer-werbungen des Stadtmuseums. Manfred Müller hat die Bibliographie für Schongau und Umgebung (2012 bis 2013) zusammen getragen. 

„Der Welf“ ist in den Schongauer Buchhandlungen, in der Tourist Information, im Museum und bei Konrad Socher in Altenstadt zum Preis von 15 Euro erhältlich.

Manuela Schmid

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