Blow-Up wegen Hitze

Gefährliche "Sprungschanze" bei Pischlach

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Roman Hechenrieder von der Böbinger Feuerwehr (auf dem Roller) war als einer der ersten vor Ort, um die Gefahrenstelle abzusichern.

Böbing/Pischlach – Straßenschäden durch Sommerhitze, das kennt man bislang vor allem von Autobahnen. Doch jetzt haben die heißen Temperaturen auch im Landkreis für den ersten Blow-up gesorgt.

Der Arbeitstag war lang und heiß:Landwirt Hermann Bertl vom ,,Michl Hof“ in Pischlach ruhte sich nach der Stallarbeit im kühlen Schatten auf seiner Hausbank aus. Da hörte er plötzlich starkes Reifenquietschen auf der Kreisstraße WM 24, die 50 Meter an seinem Hof vorbei führt.

Erst dachte er an schnelle Autofahrer, die es wieder einmal besonders eilig haben. Als die Bremsgeräusche jedoch nicht aufhörten, schaute er nach dem Rechten, ob nicht ein angefahrenes Tier auf der Straße liegt. Dort angekommen musste er sich erst einmal die Augen reiben und konnte es kaum fassen: Kurz vor seiner Hofeinfahrt war am vergangenen Donnerstag gegen 18.30 Uhr die Teerdecke über der alten Betontraße durch die starke Hitze gerissen und hatte sich – wie bei einem Erdbeben – um 30 Zentimeter in die Höhe gewölbt.

Bertl reagierte prompt: Er sicherte die Gefahrenstelle sofort mit einem Warndreieck ab und verständigte umgehend die Schongauer Polizei. Kurz danach war die Straßenmeisterei vor Ort und stellte an der gefährlichen „Sprungschanze“ für die Verkehrsteilnehmer in beiden Richtungen weitere Warnschilder auf. 

„Einen solchen Fall hat es in den letzten Jahren bei uns nicht gegeben“, zeigte sich Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim, von dem ungewöhnlichen Vorfall überrascht. Denn die wenigen noch vorhandenen Betonstraßen im Amtsbereich seien „von ihrer Struktur her meist schon so kaputt, dass sich selbst bei solcher Hitzeeinwirkung keine große Spannung mehr aufbauen kann“, schilderte er dem Kreisboten.

In dieser Woche wird nun das schadhafte Stück Beton herausgenommen und durch elastischeren Asphalt ersetzt. „Die verbleibenden Betonplatten haben dann wieder Platz, um sich ausdehnen zu können“, erklärte Kordon. Das Risiko, dass an anderer Stelle ein ähnlicher Schaden auftritt, hält Kordon für gering. 

Die Kreisstraße WM 24 bleibt in diesem Bereich bis zum Abschluss der Ausbesserungsarbeiten einseitig befahrbar. Zum Glück ist durch den gefährlichen Straßenschaden kein Verkehrsteilnehmer zu Schaden gekommen.

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