Sonderausstellung im Stadtmuseum

Der Wald im Fokus

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Martin Kainz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Revierförster Michael Lang (re.) mit einer Zweimann-Kettensäge aus dem Jahr 1951.

Schongau – Der Wald spielt eine wichtige Rolle in unserem täglichen Leben. Bereits seit 300 Jahren beschäftigen sich deshalb Fachleute mit dem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wald. Diese Entwicklung greift die Ausstellung auf, die seit Mittwoch im Schongauer Stadtmuseum zu sehen ist.

Sie gewährt dabei auch einen tiefen Einblick in die Geschichte des Schongauer Stadtwaldes. Holz gilt heute ohne Zweifel als wichtiger natürlicher Rohstoff, weshalb in Deutschland sorgsam über die Entwicklung der Wälder gewacht wird. Das freilich sei nicht immer so gewesen, sagte Martin Kainz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Mittwoch. 

Im Mittelalter habe der massive Verbrauch von Holz als Bau- und Heizmaterial zu einer regelrechten Holznot und einem „katastrophalen Zustand“ der Wälder geführt, blickte er zurück. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts seien deswegen erste Forstordnungen erlassen worden, deren Grundgedanke gewesen sei, dass nur so viel Bäume gefällt werden dürften wie nachwachsen. Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz habe schließlich 1713 als Erster dafür den Begriff der Nachhaltigkeit geprägt. „Gott sei Dank hat das in Deutschland funktioniert“, sagte Kainz. Weniger Erfolg war dagegen den Mittelmeerländern beschieden. „Dort sind viele Wälder heute dauerhaft verschwunden.“ 

Welch vielfältigen Nutzen der Wald hat, zeigt die Ausstellung anhand des Schongauer Stadtwaldes. Ob als Erholungsort, als Schutz vor Hochwasser oder als wichtige Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, die Anforderungen an den Wald unter einen Hut zu bringen, sei für die Förster eine große Herausforderung, erklärte Kainz. „In Schongau funktioniert das vorbildlich.“ Nicht ohne Grund sei der Stadtwald jüngst mit dem bayerischen Waldpreis ausgezeichnet worden. Das Lob freute Stadtförster Klaus Thien. „Es ist natürlich schön zu sehen, dass unser Wald als Beispiel genommen wurde.“ 

Michael Lang, der seit Mai als Revierförster aushilft und die Ausstellung hauptsächlich zusammengestellt hat, führte die geladenen Gäste – darunter Schongaus 2. Bürgermeister Paul Huber und diverse Stadträte – anschließend durch die Räume, in denen neben Schautafeln auch alte Gerätschaften der Forstwirtschaft zu bestaunen sind. 

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. November zu sehen. Der Eintritt zu den Öffnungszeiten des Museums ist frei. 

chpe

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