SPD wirbt in Peiting für Gemeinschaftsschule

Gemeinsam und doch individuell

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Manfred Güll sprach vor Interessierten Eltern und Lehrern, unter anderem waren auch der Vorsitzende der SPD Peiting, Herbert Salzmann (2.v.l) sowie der Landrat von Weilheim-Schongau, Friedrich Zeller, (rechts) dabei.

Peiting – Hat das dreigliedrige Schulsystem in Bayern eine Chance? Oder gibt es eine Alternative, die trotzdem nicht alle Schüler über einen Kamm schert? Die bayerische SPD sagt ja, ihr bildungspolitischer Sprecher Manfred Güll stellte in Peiting das Konzept einer Gemeinschaftsschule vor.

Auch wenn es so klingt, für die Gemeinschaftsschule sollen weder Gymnasien oder Realschulen noch die Mittelschulen geopfert werden. Es war Manfred Güll wichtig zu betonen, dass das Konzept, das er vor einer Handvoll Interessierter im Gasthof Dragoner in Peiting vorstellte, eine Alternative gerade für den ländlichen Raum Bayerns darstellen könnte. 

Klar ist allerdings, dass es nur umgesetzt werden wird, wenn bei den Landtagswahlen eine andere Regierung gewählt wird. Denn für das Konzept, für das die SPD sich in ganz Deutschland und den Nachbarländern umgeschaut hat, ist nach der aktuellen Lesart des bayerischen Kultusministeriums, kein Platz. 

Man folge aber, so Güll, der vor seiner Politkarriere Direktor einer Hauptschule im Raum Dachau war, aktuellen Trends und Tendenzen. Man wolle Gerechtigkeit schaffen, für die jungen Menschen, die erst am Anfang ihres Lebens stünden und dabei auch dem demografischen Wandel begegnen. Es dürfe eben nicht selbstverständlich sein, dass Kinder stundenlang durch die Gegen gekarrt würden, nur damit sie eine gute, vor allem weiterführende, Bildung bekämen. 

 Das ist der Hauptkritikpunkt folgt man den Worten Gülls. Dass bis zur vierten Klasse, bis zum Übertritt, die Kinder beieinander seien und anschließend sich ihre Wege trennten, je nach dem, ob sie aufs Gymnasium, die Realschule oder die Haupt- oder Mittelschule wollten. Wobei letztere zumeist „hinten herunterfielen“, bei der Wahl des Abschlusses für die Sprösslinge. Denn die Eltern würden meist einen besseren Abschluss für ihre Kinder anstreben. 

Wäre es da nicht besser, fragte Güll, alle Schüler in einer Schule zu unterrichten? Die den Nachwuchs sechs Jahre lang, von der fünften bis zur zehnten Klasse unterrichtet und nur durch das Niveau des Unterrichts entweder auf den Quali oder das Abitur vorbereitet? Man könnte so den Übertrittsdruck von den Neun- und Zehnjährigen nehmen, unterstrich der SPD-Experte. 

 Zahlreiche Nachbarländer, allen voran in Baden Württemberg, vor allem auch in der Schweiz, hätten Konzepte erarbeitet und würden seit Jahren beste Resultate erzielen. Dabei werde auch die Inklusion, also der Zugang behinderter Menschen vorweggenommen, betonte Güll. „Die Gemeinschaftsschule ist eine hochindividualisierte Schulform für alle, die vor allem eine zeitgemäße Pädagogik repräsentiert.“ 

Zurzeit gibt es vier Modellschulen, die das Konzept testen möchten. Auch der Elternbeirat des Welfengymnasiums widmet sich am 18. Juni um 19 Uhr in der Aula der Schule dem Thema: Gezeigt wird der Film „Das Geheimnis guter Schulen“. 

gau

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