Spenden-Party in Altenstadt

Feiern für den guten Zweck

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Ludwig Filser, Tobias Kalbitzer und Manfred Bergbauer (v. li.) wollen mit ihrer Party Geld für soziale Einrichtungen sammeln.

Schongau – Am Wochenende, wenn die Arbeits- oder Schulwoche endlich vorbei ist, wird für viele Jugendliche und junge Erwachsene die Nacht zum Tag. Feiern gehen ist dann die Devise. Dass man dabei auch noch etwas Gutes tun kann, möchten ein Altenstadter und zwei Schongauer am kommenden Freitag beweisen.

Wer ihre Party in der Altenstadter Diskothek Kutsche besucht, unterstützt mit seinem Eintrittsgeld gemeinnützige Einrichtungen der Region. Ludwig Filser, 30, Manfred Bergbauer, 24, und Tobias Kalbitzer, 26, heißen die drei jungen Männer, die sich die Spendenparty ausgedacht haben. Doch wie kommt man auf so eine Idee? 

Früher habe es regelmäßig Konzerte für amnesty international gegeben, sagt Bergbauer, das aber sei schon länger nicht mehr der Fall gewesen. „Da haben wir uns gedacht, es gibt hier genügend Organisationen, die sich über ein paar Euro freuen würden.“ Außerdem seien die Möglichkeiten für Jugendliche, in der Region wegzugehen, begrenzt. „Viele fahren nach München, denen wollten wir eine Alternative anbieten“, erklärt Filser. Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe. 

Was bei einem Weißwurst-Frühstück als Gedankenspiel entstand, setzten die jungen Männer schließlich in die Tat um: Im Betreiber der Altenstadter Diskothek Kutsche fanden die Drei schnell einen Mitstreiter, der Ort der Party war damit klar. Die Musik liefert die Band Dreitag. „Die ganzen fünf Euro, die der Eintritt kostet, werden gespendet“, erläutert Bergbauer den Ablauf. Doch das ist nicht der einzige Weg, auf dem die Drei die Spendenkasse ordentlich füllen wollen. Jeder Besucher erhält zusätzlich ein Tombola-Los, der Erlös jedes weiteren verkauften Loses wird ebenfalls gespendet. Damit die Partygänger möglichst viele Lose kaufen, haben die Veranstalter in den vergangenen Wochen zahlreiche Geschäfte der Region um Preise gebeten. Die Resonanz sei super gewesen, sagt Filser. „Wir haben keinen überreden müssen.“ 

Natürlich können die Leute auch den ganzen Abend über spenden, fügt Bergbauer hinzu. Auch, wer nicht zur Party komme, aber trotzdem etwas beisteuern wolle, „kann dies bei uns machen.“ Wer das ganze Geld am Ende erhalten soll, steht schon fest. „Wir haben uns den Integrationskindergarten Luftballon in Schon-gau und den Altenstadter Verein „einfach mehr – Menschen mit Trisomie 21 im Pfaffenwinkel“ ausgesucht“, erklärt Kalbitzer.

 Dem 26-Jährigen verdankt die Party im übrigen ihr ungewöhnliches Motto „Ohne Hose Gutes tun“. Als „Karl-Heinz Rumgedisse“ hatte sich Kalbitzer beim Schongauer Faschingsumzug scherzhaft ohne Hose als Bürgermeisterkandidat für Schongau präsentiert. „Das haben die Leute noch im Kopf, daher lag es nahe, das für die Werbung zu nutzen“, erklärt er lächelnd. 

Ob die Spendenparty ein einmaliges Event bleibt, ist derzeit noch offen. „Wir schauen jetzt einmal, was dabei rauskommt“, sagt Bergbauer. Im Internet kommt die Idee der Drei jedenfalls schon gut an: Auf Facebook hatten am Mittwoch bereits 161 Feierwütige ihr Kommen zugesagt, 148 Mitglieder des sozialen Netzwerks immerhin einen Besuch in Erwägung gezogen. chpe

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