Auf den Spuren der Schönach

An dieser Stelle bei Schwabbruck floss die Schönach ehemals aus einem See: Geologe Manfred Müller (li.) mit der Exkursionsgruppe. Foto: Jungwirth

Drei Wochen lang stand die Schönach mit der Geschichts- und Kunstausstellung „Die Schönach verbindet uns“ im Fokus des öffentlichen Interesses. Entlang der fünf Gemeinden, die der Bach von der Quelle bis zu seiner Mündung in den Lech durchfließt, hatten Künstler zahlreiche Kunstobjekte aufgebaut und die Menschen waren an drei Wochenenden zuhauf gekommen, um diese zu betrachten. Hinzu kam eine sehenswerte Fotoausstellung, viele das Programm begleitende Events sowie eine Ausstellung in der Altenstadter Grundschule zu Geologie und Nutzung des Gewässers. Abschluss bildete schließlich eine Exkursion, die der promovierte Geologe Manfred Müller für Interessierte anbot.

Dabei blickt der kleine Bach auf eine geologisch sehr kurze, dafür aber äußerst bewegte Geschichte zurück. „Die Schönach ist nicht älter als 18000 Jahre“, sagte Müller, was im Verhältnis zu anderen, geologisch über Jahrmillionen andauernden Prozessen ein sehr kurzer Zeitraum ist. Denn als sich damals die mächtigen Gletscher der letzten Eiszeit, der Würm-Kaltzeit, aufgrund der wieder wärmer werdenden Temperaturen langsam zurückzogen, bildete sich das noch heute sichtbare Landschaftsbild. Hierauf verwies Müller an seinem ersten Haltepunkt, einer nördlich von Hohenfurch befindlichen Erläuterungstafel, die die Würm-Endmoräne und den beginnenden Gletscherrückzug erklärt. Mächtige Quelle Weitläufig waren die Ränder des damaligen Gletschers, dessen Endmoräne noch heute gut zu sehen ist. Sie erstreckt sich vom Weichberg über Sachsenried bis an den nördlichen Rand von Hohenfurch und endet schließlich östlich des heutigen Lechverlaufs in Birkland. „Die Gletscherzunge hatte eine maximale Breite von zwölf bis 14 Kilometern“, klärte der Geologe auf. Nach dieser Übersicht fuhren die Teilnehmer zur Quelle bei Schwabsoien. Aus drei Rohren plätschert das Wasser. „Eine solch mächtige Quelle ist selten“, veranschaulichte Müller und rechnete vor, dass dort 400 Liter in der Sekunde zu Tage treten. Profiteure dieses Wassers waren die Menschen, die entlang des Baches Mühlen bauten. Zudem nutzten sie, wie der Erdwissenschaftler darlegte, den feinen Sand – als Politur für empfindliche Flächen, wie Glas und Geschirr – und den Kalktuffstein, aus dem Gebäude errichtet wurden. Immerhin 27 Meter Gefälle überwindet die Schönach in Schwabsoien. Einst ein See Am Ortsende war der nächste Halt: Denn früher erstreckte sich zwischen Schwabsoien und Schwabbruck ein ausgedehnter See, der heute nicht mehr vorhanden ist. Ihren Auslauf fand die Schönach am Ortsanfang von Schwabbruck und floss Richtung Altenstadt ab. Hier verschmolz sie mit dem Urlech und hatte damit nur eine Länge von sieben Kilometern. Dies änderte sich erst, als der Lech sein heutiges Bett einnahm. Nun konnte die Schönach den ehemaligen Lechlauf für sich alleine beanspruchen, musste allerdings östlich von Hohenfurch ein Gefälle von fast 50 Metern überwinden, um in den Lech münden zu können. Dies schafft sie heute problemlos: In tausenden Jahren schuf sie ein wildromantisches Tal, bevor sie nach knapp 14 Kilometern Länge in den heutigen Lech mündet.

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