Stadt saniert Keller der Lechsporthalle

Mehr als ein neuer Anstrich

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Die ehemalige Kegelanlage im Kellergeschoss der Lechsporthalle hat schon bessere Zeiten gesehen.

Schongau – Schimmel an den Wänden, Asbestrückstände: Der Keller unter der neuen Lechsporthalle, in dem sich das ehemalige Hilfskrankenhaus befindet, ist seit Jahren eine tickende Zeitbombe. Jetzt soll das über 2000 Quadratmeter große Geschoss aufwändig saniert werden.

Die Bilder, die Stadtbaumeister Ulrich Knecht in der jüngsten Stadtratssitzung präsen-tierte, wirkten wie ein Streifzug durch längst vergangene Zeiten. Denn wer vor der modernen Lechsporthalle steht, ahnt nicht, dass sich unter ihr ein Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Kriegs verbirgt. 

Einst als Ort für den Notfall geplant, ist das ehemalige Hilfskrankenhaus mit seinen atomaren Schutzbunkern heute selbst einer. Lange hat die Stadt die Sanierung der weitläufigen Kelleranlage vor sich hergeschoben. Dass sie irgendwann kommen würde, war bereits klar, als man das Hilfskrankenhaus 2009 vom Bund übernahm. 

Es war die Kröte, die die Stadt schlucken musste, um für die Sanierung der Sporthalle in den Genuss der Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II zu kommen. 3,8 Millionen Euro sammelte man auf diesem Weg ein, was die Kosten der Stadt auf 1,5 Millionen Euro drückte. 

All das gab Knecht zu bedenken, ehe er auf die Notwendigkeit der Sanierung genauer einging. Größtes Problem ist der Schimmel, der sich nach einem Wassereinbruch während des Baus der Sporthalle im 2000 Quadratmeter großen Keller ausgebreitet hat. Saniert wurde damals nur ein kleiner Teil von gut 500 Quadratmetern, der die Weitsprunganlage, das TSV-Stüberl, Kraftraum sowie Garderoben und Technikräume umfasst. 

Der übrige Bereich ist seitdem versiegelt. Neben dem Schimmel haben Untersuchungen auch eine Belastung mit weiteren Schadstoffen wie Asbest ergeben. Den Sportlern habe davon bislang keine Gefahr für die Gesundheit gedroht, konnte Knecht beruhigen. „Unsere Messungen in der Halle waren ohne Befund.“ Gleichwohl musste die Stadt schon zweimal die Versenkreckanlagen vom Schimmel befreien lassen. 

Auch aus diesem Grund plädierte Knecht für eine nachhaltige Lösung. Wie diese ausschauen könnte, stellte anschließend Umwelttechniker Markus Vogt vor. Die mit rund 440000 Euro teuerste Variante umfasste die komplette Sanierung des Geschosses inklusive der Technikräume des Hilfskrankenhauses und Einbau einer Lüftungsanlage. 

Die Variante II sah dagegen vor, auf die Sanierung des Technikbereichs zu verzichten und ihn zu versiegeln. Ein Zutritt für Inspektionen wäre in diesem Fall nur über eine Unterdruck-Schleuse möglich Kostenpunkt: rund 400000 Euro.

Gleiches galt für die letzte, 414000 Euro teure Variante, die außerdem nur die Sanierung eines Teils der Kellerräume beinhaltete, der dann etwa für ein Archiv genutzt werden könnte. 

Im Gremium war man sich schnell einig, dass nur eine komplette Sanierung in Frage komme. „Wir sollten da keine tickende Zeitbombe lassen“, fand Michael Eberle (CSU) und auch Friedrich Zeller (SPD) betonte: „Einmal richtig, dann haben wir Ruhe.“ 

Die Räte gingen sogar über die vorgeschlagene Lösung hinaus, indem sie sich für den Einbau einer Brandmeldeanlage und neuer Technik im gesamten Keller entschieden. Knecht schätzte die Mehrkosten auf bis zu 80000 Euro. 

Noch nicht einigen konnte sich das Gremium, wie die Fläche in Zukunft genutzt werden soll. Die Vorschläge reichten von Stadtarchiv bis Lagerflächen für Vereine. Am meisten Anklang fand die Anregung von Markus Wühr (CSU), der vorschlug, einen Raum für die drei städtischen Bühnen zu schaffen. Diese lagern bislang im Bauhof und müssen für jede Veranstaltung umständlich zur Sporthalle transportiert werden. 

Nur Paul Huber (CSU) hielt die Sanierung und vor allem den damit verbundenen Rückbau der vorhandenen alten Krankenhaus-Technik für voreilig. Gegen seine Stimme gab der Stadtrat grünes Licht für das Projekt. Geht die Ausschreibung planmäßig über die Bühne, soll schon im Oktober mit den Arbeiten begonnen werden.

Christoph Peters

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