Die Stadt und UPM einigen sich über den Status der Friedrich-Haindl-Straße

Freier Zugang für Fußgänger

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Der blaue Abschnitt der Friedrich-Haindl-Straße bleibt öffentlich, der rote, ebenso wie der grüne Teilbereich werden zum Eigentümerweg umgewandelt und sind damit für die Öffentlichkeit nur noch beschränkt zugänglich. Der gelbe Bereich ist Privatstraße.

Schongau – Jetzt ist es vom Stadtrat beschlossen: Ein großer Abschnitt der Friedrich-Haindl-Straße erhält durch eine Umstufung einen neuen Status als Eigentümerweg. Ein Kompromiss zwischen der Stadt und UPM, der den Durchgang für Fußgänger sichert.

Aus Gründen der Sicherheit war es der Wunsch von UPM die Straße, welche durch ihr Firmengelände führt, für die Öffentlichkeit zu sperren. Das wiederum war nicht im Interesse der Stadt. Die Straße ist zum einen eine Verbindung zum Schloßberg und zum anderen kenne keiner die Entwicklungen der nächsten 30 bis 40 Jahre – vielleicht entsteht ja ein neues Industriegebiet und dann würde der Zugang gebraucht. Es handelt sich um eine „zentrale Erschließungsstraße und daher sollte sie bei der Stadt bleiben“, erklärte Michael Wölfle vom Stadtbauamt.

Unter Einbeziehung der unterschiedlichen Interessen sowie der komplexen Eigentumsverhältnisse und Wegerechte, konnte die Stadt in mehreren Gesprächen mit Juristen von UPM eine Lösung erzielen. Beim nördlichen Teil der Friedrich-Haindl-Straße, der an die Peitinger Straße anschließt, bleibt alles wie gehabt. Das erspart der Stadt Gespräche mit der Deutschen Bahn. Der bislang öffentliche Abschnitt von 585 Meter wird nun zu einem Eigentümerweg herabgestuft. Das heißt, die Straße darf nur noch von UPM genutzt werden – pro Tag können das an die 150 Laster sein – sowie von Fußgängern und dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr.

Auf Anfrage von Stadtrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) wurde auch klargestellt, dass Anlieger ebenfalls weiterhin mit ihrem Pkw zu ihrem Grundstück fahren können. Radfahrern ist die Durchfahrt nicht gestattet. Natürlich können sie jederzeit vom Rad absteigen und schieben. Denn dann sind sie Fußgänger und berechtigt, den Gehsteig zu nutzen. „Wir schaffen es nicht, die Straßenbreite so hinzubekommen, dass Radfahrer da durchfahren können“, erläuterte Wölfle das Problem.

Das ist aber nicht das einzige Radlverbot. Auch wenn die Schilder teilweise vor Rost kaum mehr lesbar sind, so ist das Radfahren auf den Zugangswegen zum Schloßberg mehrheitlich nicht gestattet. Was sich Wölfle nicht erklären kann ist, warum es auf der Seite von Peiting einen Straßenabschnitt gibt, wo das Fahren gestattet ist. Unstimmigkeit über das Fahrverbot besteht mit dem Landratsamt. Denn, radeln in freier Natur sei nicht verboten. Es steht an dieser Stelle aber im Gegensatz zu seit Jahrzehnten praktiziertem Recht. Wie hier in Zukunft die Regelung sein wird, muss mit der Straßenaufsichtsbehörde geklärt werden. Ein 51 Meter langer Straßenabschnitt im südlichen Abschnitt der Friedrich-Haindl-Straße erhält ebenfalls den neuen Status eines Eigentümerweges.

Einig wurde sich die Stadt mit UPM auch bei der Frage der Instandhaltung der Straße. Da das Unternehmen der größte Nutzer und Anlieger ist, wird die Kostenlast bei UPM liegen. Eine Kostenbeteiligung der Stadt ist aber möglich in Bezug auf den Fußgängerweg. „Wir sind der Meinung, dass kein finanzieller Nachteil für die Stadt Schongau entsteht“, sagte Wölfle.

Der Stadtrat stimmte am Ende ohne große Diskussion dem Vorschlag zu.

von Melanie Wießmeyer

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