Stadt Schongau kauft Grundstück am Bahnhof

Wichtiger Mosaikstein

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Auf der Kiesfläche in der Nähe des Bahnhofs, die die Stadt jetzt gekauft hat, könnten Parkplätze oder ein Busbahnhof entstehen.

Schongau – Der Schongauer Bahnhof ist alles andere als ein Schmuckstück. Nicht viel besser ist es um seine Umgebung bestellt. Seit langem steht deshalb eine Verbesserung der Situation auf der Agenda der Stadt. Jetzt kann Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl immerhin einen Teilerfolg vermelden.

Karl-Heinz Gerbl war selbst früher Eisenbahner, wenn also einer Verständnis für die Deutsche Bahn aufbringen kann, dann er. Doch wenn es um das Bahnhof-Areal in Schongau geht, kann auch das Stadtoberhaupt nur noch den Kopf schütteln. Schuld daran sind die Besitzverhältnisse. Ganzen sieben Gesellschaften, die mal enger, mal weniger eng mit der Deutschen Bahn verflochten sind, gehört das Gelände. Verhandlungen über einen Kauf geraten so zur harten Geduldsprobe. 

Seit 2001 bemüht sich die Stadt, Einfluss zu gewinnen und die Stadtentwicklung durch Grunderwerb voranzutreiben. Es gibt einen Bebauungsplan, ein 2008 vorgestelltes Konzept sieht einen modernen Busbahnhof und Park & Ride-Plätze vor. Doch äußerlich hat sich für den Betrachter in dieser Zeit nichts geändert. Das Bahnhofsgebäude verfällt, ähnlich ergeht es der daneben liegenden Bahnmeisterei und der alten Gerätehalle. Ein trostloser Anblick, der sich tagtäglich den Bahnreisenden bietet. 

Damit sich das ändert, wird hinter den Kulissen weiter gearbeitet. Und es geht voran, wenn auch in kleinen Schritten. So hat die Stadt nach drei Jahre dauernden Verhandlungen das Grundstück zwischen Hermann-Ranz-Straße und dem Ladegleis gekauft. Für Gerbl ein wichtiges Mosaikstück. Denn auf dem nördlichen Teil, der derzeit vom RVO für die Abstellung der Busse genutzt wird, könnte der gewünschte Busbahnhof entstehen oder eben Park & Ride-Stellplätze. Der schmale Streifen im südlichen Teil wird derzeit vom Autohaus Hintermeyer genutzt.

Das soll auch erstmal so bleiben, versichert das Stadtoberhaupt. „Wir haben nicht vor, die Firma dort wegzujagen. Uns war wichtig, dass wir als Stadt die Hand drauf haben, was die künftige Entwicklung angeht. Das hatten wir bisher nicht.“ Möglich sei auch, dass das Grundstück an das Autohaus weiterverkauft werde. Denn in seiner derzeitigen Form hilft es der Stadt nicht weiter. 

Anders würde die Sache ausschauen, würde die Bahn das nebenan situierte Ladegleis für obsolet erachten. Dadurch ließe sich eine zusammenhängende Fläche gewinnen, die genug Platz für einen Busbahnhof bieten würde. Doch auch hier zeigt sich wieder, wie schwierig sich Verhandlungen mit den Bahngesellschaften gestalten. „Vor Jahren hieß es, das kann weg. Doch mittlerweile hat man davon wieder Abstand genommen“, sagt Gerbl. 

Die gesamte Planung steht und fällt jedoch mit dem Bahnhofsgebäude, das derzeit alles andere als einen einladenden Eindruck macht. Seit Monaten bemüht sich die Stadt, das Gebäude von der luxemburgischen Gesellschaft Patron Elke S.a.r.l. zu erwerben (der KREISBOTE berichtete). Mittlerweile scheint ein Kauf zum Greifen nah. Man sei sich über den Kaufpreis einig, bestätigt das Stadtoberhaupt. Es gebe einen Vertragsentwurf, allerdings seien immer noch ein paar Punkte zu klären. „Ich hoffe, dass wir das Geschäft noch in meiner Amtszeit über die Bühne kriegen.“ Das würde wohl auch seinen Nachfolger freuen: Alle Bürgermeisterkandidaten haben sich eine Verbesserung des Bahnhofs und seines Umfelds auf die Fahnen geschrieben. 

Sollte der Deal gelingen, dürften auch die Gespräche mit Andreas Holzhey wieder Fahrt aufnehmen. Der aus Schongau stammende selbständige Verkehrsplaner, der für den Umbau des Murnauer Bahnhofs zum Bürgerbahnhof Oberland ausgezeichnet wurde, gilt sowohl in Peiting als auch in Schongau als Wunschpartner für die Ertüchtigung der Bahnhöfe.

Christoph Peters

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