Schongau sucht Standort für Sportanlagen

Bolzen innerorts, skaten außerorts?

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Den ehemaligen Basketballplatz auf dem TSV-Gelände (freie Fläche) hat Stadtbaumeister Ulrich Knecht als möglichen Standort für den neuen Bolzplatz ausgemacht. 

Schongau – Der Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße muss Bürogebäuden und Mehrfamilienhäusern weichen. Die Stadt Schongau hat Ersatz versprochen, doch die Standortsuche gestaltet sich schwierig. 

Längst sind die Bagger an der Marktoberdorfer Straße angerückt und haben mit dem Aushub für die geplanten Bürogebäude und Mehrfamilienhäuser begonnen. Vom Bolzplatz, der bis dahin auf der grünen Wiese beheimatet war, ist nichts mehr zu sehen. Als Mitte vergangenen Jahres das Bauprojekt bekannt geworden war, hatte die Stadt zugesagt, den Bolzplatz an anderer Stelle neu zu errichten. Stadtbaumeister Ulrich Knecht stellte sogar eine große Lösung mit Skater- und Beachvolleyballplatz in Aussicht. Doch die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltet sich schwierig, wie jüngst im Bauausschuss bekannt wurde.

 „Ich hätte Ihnen liebend gern nur einen geeigneten Standort präsentiert“, bekannte Knecht gleich zu Beginn seines Vortrags. Doch die perfekte Lösung hatte der Stadtbaumeister nicht im Gepäck, denn bei jedem Standort, den er und seine Mitarbeiter in den vergangenen Monaten geprüft hätten, habe es Vor- und Nachteile gegeben, erklärte er. Ein wichtiger Punkt, der dabei immer wieder auftauchte, war die Lärmbelästigung etwaiger Nachbarn. Anders als etwa bei Kindergärten sei bei einem Bolzplatz eine schalltechnische Untersuchung nötig. Gerade bei innerörtlichen Grundstücken sei das ein Problem, erläuterte Knecht und erinnerte, dass es auch beim Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße Beschwerden der Nachbarn gegeben habe. 

Als erstes stellte der Stadtbaumeister anschließend einen Standort vor, an dem Lärm keine Rolle spielen dürfte. Jenseits der B17 an der alten Römerstraße nach Altenstadt, wo Hoerbiger neue Parkplätze errichten will, besitze die Stadt bereits ein kleines Grundstück. „Das könnten wir durch einen Zukauf erweitern. Nachteil ist, dass es außerhalb liegt.“ Zentraler seien da schon die städtischen Grundstücke am Gartenweg, führte Knecht aus. Gegen diese würde allerdings der feuchte Untergrund sprechen, der eine teure Drainage nötig mache. 

Auch bei dem Platz, den Knecht liebend gerne für einen Beachvolleyballplatz genutzt hätte, tauchten bei näherer Betrachtung größerer Probleme auf. „Am Lido wäre das mit Sicherheit genial, aber da machen uns die Höhenunterschie-de zu schaffen.“ Für den Bolzplatz brachte der Stadtbaumeister schließlich noch den ehemaligen Basketballplatz auf dem TSV-Gelände ins Spiel. 

 Dieser Vorschlag kam bei den Räten gut an. „Er wäre gut zu erreichen und man könnte Synergie-Effekte mit dem TSV nutzen“, sagte Robert Bohrer (SPD). Auch Paul Huber (CSU) zeigte sich begeistert. „Beim TSV rennen wir damit offene Türen ein.“ Außerdem sei dort die soziale Kontrolle da, fügte Cornelia Funke (CSU) hinzu. Armin Schleich (SPD) allerdings warnte vor hohen Kosten. „Wenn ich mich recht erinnere, hat man den Platz aufgegeben, weil er immer unter Wasser stand. Da brauchen wir wieder eine Drainage.“ Dies soll nun genauer untersucht werden. 

Dass auch in Sachen Skaterplatz, der bislang provisorisch am V-Markt untergebracht ist, unbedingt etwas passieren müsse, betonte Jugendreferentin Ilona Böse. „Es ist ein Armutszeugnis, dass wir da nichts herbringen.“ Nach längerer Diskussion einigten sich die Räte, das von Knecht ins Spiel gebrachte Grundstück jenseits der B17 als Standort für einen Skater- und Beachvolleyballplatz genauer prüfen zu lassen. Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) schwebte indes eine radikale Lösung vor. Ginge es nach ihm, gäbe es bald nur noch ein großes Sportgelände außerhalb der Stadt. „Wir müssen etwas dort entwickeln, wo es auch bleiben kann.“

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