Bohrungen im Heilig-Geist-Wald

Auf der Suche nach Wasser

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Trotz des Wintereinbruchs kamen die Bohrarbeiten im Heilig-Geist-Wald in der vergangenen Woche gut voran.

Schongau – Es ist schweres Gerät, das derzeit durch den Heilig-Geist-Wald nördlich von Hohenfurch rollt. Die Stadt Schongau hat ein Bohrteam losgeschickt, um sich für ein Unglücksszenario zu rüsten. 

Noch eine Woche werden die Fachleute voraussichtlich unterwegs sein, erst dann wird klar sein, ob ihre Suche nach Wasser erfolgreich war oder sich die Stadt Schongau woanders nach einem neuen Tiefbrunnen umsehen muss.

Schon Mitte Oktober hatte Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl gegenüber dem KREISBOTEN die Suchaktion angekündigt. Zwischenzeitlich war jedoch der Bohrmeister der beauftragten Firma erkrankt, weshalb sich die Arbeiten verzögert haben. Fast jeden Tag fuhr der technische Werkleiter der Schongauer Stadtwerke, Walter Frömmrich, in der vergangenen Woche zum Bohrteam, um den Fortgang der Arbeiten zu überwachen.

Die Stichproben, die entnommen werden, sollen einen ersten Anhaltspunkt geben, ob der Heilig-Geist-Wald als Standort für einen weiteren Tiefbrunnen zur Wasserversorgung der Lechstadt in Frage kommt. Schon seit längerem gebe es die Vorschrift, dass jede Gemeinde über zwei unabhängige Trinkwasserquellen verfügen müsse, erklärt Frömmrich.  Derzeit werde Schongau von zwei in den Jahren 1991 und 1993 gebohrten Tiefbrunnen in Schwabsoien sowie aus der Quelle Kreut bei Peiting versorgt. Dies habe bisher gut funktioniert, sagt der Werkleiter, weshalb man für eine weiteren, unabhängigen Brunnen keinen Zeitdruck gesehen habe. Klar ist allerdings, sollten die Schwabsoier Tiefbrunnen aus irgendeinem Grund ausfallen, kann die kleine Kreuter Quelle sowie der Notbrunnen im Westen Schongaus die Versorgung nicht alleine übernehmen. 

Dass nun im Heilig-Geist-Wald gebohrt wird, hängt laut Frömmrich aber vor allem mit der jüngst durchgeführten Überprüfung des Wasserschutzgebietes in Schwabsoien zusammen. „Nach 20 Jahren mussten wir nachschauen, ob da noch alles in Ordnung ist“, erläutert der Werkleiter. Da dafür ebenfalls Bohrungen nötig waren, entschloss man sich, die extra beauftragte Spezialfirma auch noch anschließend mit der Suche im Heilig-Geist-Wald zu betrauen. „Das hat sich finanziell angeboten“, sagt Schongaus 2. Bürgermeister Paul Huber.

Siebenstellige Kosten

Bis zum neuen Brunnen ist es allerdings noch ein weiter Weg. Sollte der Suchtrupp auf Wasser stoßen, müssten weitere, größere Bohrungen sowie eine genaue Erschließung folgen, erklärt Frömmrich. Enden diese Untersuchungen erfolgreich, liege es an der Stadt, die nötigen Investitionen zu stemmen.  Und die sind kein Pappenstiel: Auf mindestens eine Million Euro schätzt der Werkleiter die Kosten für den Bau des Brunnens samt der kilometerlangen Rohrleitungen. „Das ist ein großes Projekt.“ chpe

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