Stadt Schongau übernimmt Kosten für Schwimmmeister im "Plantsch"

Bis zum Schuljahresende übernimmt die Stadt Schongau die Kosten für einen Schwimmmeister, der während des Schulschwimmens auf die Kinder aufpasst. Hierauf einigte sich der Stadtrat nach längerer Diskussion mit großer Mehrheit. Allerdings haftet dieser Entscheidung ein fader Beigeschmack an, denn eigentlich müsste der Freistaat für die Kosten aufkommen.

„Schulschwimmen ist Sache der Schulen, und die gehören dem Freistaat Bayern“, stellte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) in der Sitzung eindeutig klar. Neben Stadtrat Sigi Müller von der ALS war dieser auch das einzige Mitglied des Stadtgremiums, das in der Abstimmung gegen die Kostenübernahme für einen Schwimmmeister votierte. Hintergrund ist die Absage des Kultusministeriums (wir berichteten). Aber auch der Landkreis hatte sich ablehnend geäußert, wenigstens einen Teil der Kosten für das Warnsystem „Rettendes Auge“ zu übernehmen, wie in der Stadtratssitzung bekannt wurde. „Das Warnsystem ist in der Lage, all jene Personen, die auf dem Grund des Beckens liegen, zu orten und schlägt sofort Alarm“, klärte Verwaltungsleiter Bernd Liebermann auf. Doch dieses kann erst nach den Sommerferien installiert werden. Die Grundschule Schongau indes hat signalisiert, bis auf Weiteres nicht mehr am Schulschwimmen teilnehmen zu wollen. „Solange das Verfahren läuft und nicht abgeschlossen ist, nehmen wir am Schwimmunterricht nicht mehr teil“, sagte Grundschuldirektorin Ursula Heitmeier auf Anfrage dem KREISBOTEN. Noch immer, so wurde es in der Stadtratssitzung offenkundig, seien zahlreiche Lehrer der Grundschule traumatisiert. „Mit dem ‘Rettenden Auge’ ist die Sicherheit gewährleistet. Doch was ist mit der Sicherheit bis dahin?“, fragte Stadtrat Michael Eberle von der CSU und schlug im gleichen Atemzug vor, bis dahin einen Schwimmmeister einzusetzen. Damit, so der Stadtrat, sei gewährleistet, dass die Schongauer Kinder weiterhin schwimmen lernen würden und gleichzeitig könnte diese wichtige Personengruppe an das Bad gebunden werden, argumentierte Eberle. „Die Verantwortung liegt letztendlich immer beim Lehrer und wenn etwas passiert, ist der Lehrer dran“, entgegnete Robert Bohrer (SPD). Weitere Stadträte brachten Argumente für und wider eines Schwimmmeisters ein. „Ich finde diese Diskussion nur beschämend“, befand Peter Blüml (CSU) und verwies darauf, dass die Kosten lediglich für ein paar Monate zu Buche schlagen würden. Obwohl einhellig die Meinung bestand, dass eigentlich der Freistaat für die Kosten aufkommen müsste, die für die Aufsichtstätigkeit des Schwimmmeisters entstehen, entschied sich der Schongauer Stadtrat mit 20 zu zwei Stimmen klar für diese Lösung. „Ich finde es traurig, dass das Kultusministerium für unsere Kinder keine Gelder zur Verfügung stellt“, bedauerte „Plantsch“-Schwimm-meister Thomas Müller im Gespräch mit dem KREISBOTEN, zumal es ja nicht in jedem Schwimmbad Schwimmunterricht gebe, im Schongauer „Plantsch“ aber schon. „Da bekommen die Banken Milliarden, aber hier ist man nicht bereit, auch nur einen kleineren Betrag zu geben“, beklagte Müller die Situation.

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