Stadt verlängert Öffnungszeiten

Schongauer Weihnachtsmarkt: Aus elf werden 18 Tage

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Der Schongauer Weihnachtsmarkt bleibt heuer erstmals 18 Tage lang geöffnet.

Schongau – Elf Tage lang dauerte bislang der Schongauer Weihnachtsmarkt im Herzen der Altstadt. Künftig wird der Duft von Glühwein und Bratwurst noch länger durch die Straßen ziehen. In seiner jüngsten Sitzung gab der Stadtrat dem Antrag von Weihnachtsmarkt-Organisator Hermann Gleich statt, die Veranstaltung um eine Woche zu verlängern.

Seit mehr als zehn Jahren zeichnet Gleich für den Schongauer Weihnachtsmarkt verantwortlich und das durchaus erfolgreich. Die Veranstaltung ist beliebt bei Besuchern aus nah und fern, was zum einen am historischen Flair im Herzen der Altstadt, zum anderen am umfangreichen Rahmenprogramm liegt, das der umtriebige Geschäftsmann Jahr für Jahr auf die Beine stellt.

Immer öfter bekam Gleich deshalb die Frage gestellt, warum der Markt nicht länger geöffnet habe. „Mich haben auch letztes Mal wieder viele darauf angesprochen“, erklärt er. Aus diesem Grund ist Gleich jetzt an die Stadt herangetreten und hat eine Verlängerung des Marktes um eine Woche beantragt.

Dort stand man dem Ansinnen durchaus positiv gegenüber. „Von unserer Seite gibt es keine Bedenken“, stellte Martin Keßler vom Ordnungsamt in der jüngsten Stadtratssitzung fest. Große Beschwerden habe es in der Vergangenheit keine gegeben. Nur ein Anwohner habe sich beim letzten Mal über die Sperrung der Parkplätze geärgert, berichtete er. Die Erweiterung sei auch aus touristischer Sicht zu befürworten, weil der Weihnachtsmarkt zur Belebung der Altstadt beitrage. Im Gremium stieß der Antrag ebenfalls auf breite Zustimmung. Die Abstimmung fiel mit 16:3 deutlich aus. 

Doch es gab auch kritische Stimmen. So konnte sich Stephan Hild mit einer Verlängerung nicht recht anfreunden. Der UWV-Stadtrat gab zu bedenken, dass es vor allem für die ehrenamtlich betriebenen Stände schwer werde, noch mehr Zeit mit Freiwilligen zu besetzen. Schon jetzt habe es Tage gegeben, an denen etwa die Bude des Rotary Clubs geschlossen geblieben sei, wies er hin. „Kommt das bei noch mehr Ständen vor, wäre das schade und sicherlich nicht imagefördernd.“ 

Bürgermeister Falk Sluyterman hielt entgegen, dass das unternehmerische Risiko beim Veranstalter liege. Zudem hätten auch ihn nach dem letzten Markt viele angeschrieben und um eine Verlängerung gebeten, fügte er hinzu. 

Leise Kritik am Angebot äußerten die ALS-Räte Gregor Schuppe und Bettina Buresch, die gerne mehr regionale Künstler und überhaupt mehr Fieranten sehen würden. Dass den Markt vor allem Gastronomiestände dominierten, sei auch den hohen Mieten geschuldet. 

Doch das weist Gleich entschieden zurück. Ein Stand, an dem kein Essen oder Getränke verkauft würde, zahle vor Steuern rund 40 Euro pro Tag. Darin enthalten sei sowohl die Miete, die er selbst für die Bude an die Stadt entrichte sowie Nebenkosten wie Strom und Auf- und Abbau, rechnet der Organisator vor und vergleicht: „Wer sich einen Tag am Flohmarkt hinstellt, zahlt auch schon 35 Euro Standgebühr.“ 

Sein Gebührenmodell hält er daher für fair, zumal Stände mit sozialem Hintergrund nicht den vollen Preis zahlen. Überhaupt könne man mit ihm über alles reden, versichert er. „Da findet sich immer eine Lösung.“ 

Geht es nach dem Organisator ist die Verlängerung nur der erste Schritt. Langfristig schwebt ihm vor, die Anzahl der Buden von derzeit 30 auf 60 zu verdoppeln. „Dann wären wir auch für Busreisen als Ziel interessant.“ Schon bei der nächsten Auflage sollen die Zahl um vier Stände wachsen. 

Gleich will auch die Geschäfte mehr als bisher einbeziehen. Huber Moden, Optik Kassebaum und der Tom Tailor Laden haben laut dem Organisator ihr Mitwirken bereits angekündigt. Um sie zu integrieren sollen die Stände auf der Westseite des Marienplatzes anders angeordnet werden. „Wir werden uns da bald Gedanken machen, wie genau das aussehen soll“, kündigt er an.

Christoph Peters

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