Stadtrat segnet Pläne endgültig ab

Sauna-Erweiterung im Plantsch kommt

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Die Sauna-Erweiterung ist in zwei Schritten geplant: Realisiert wird aber erstmal nur der rot markierte Bauabschnitt.

Schongau – Kommt die Sauna-Erweiterung im Plantsch endgültig oder scheitert das Großprojekt nach vielen Verzögerungen doch noch am Veto des neuen Stadtrats? Dies war die Frage vor der jüngsten Sitzung des Gremiums. Am Ende durfte Plantsch-Vorstand Andreas Kosian aufatmen. Trotz weiterer Kostensteigerung segneten die Stadträte das Vorhaben ab.

Ende 2011 war Kosian noch ganz optimistisch gewesen. Damals hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, die Sauna im Plantsch zu erweitern. Verdoppelt sollte Kapazität werden, um der seit Eröffnung 2001 immer weiter gestiegenen Nachfrage Herr zu werden und im Vergleich mit den Mitbewerbern den Anschluss nicht zu verlieren. 

Ein Jahr später lag der Vorentwurf vor, der mehrere Bauabschnitte und eine Verlegung der Zufahrt samt neuer Parkplätze vorsah. Doch ab da sank Kosians Laune beträchtlich. Zwar rückten 2013 die Bagger an, aber die Bauarbeiten beschränkten sich auf die neue Wegeführung und Stellplätze. Personelle Engpässe im Bauamt und ein fehlender Haushalt ließen die Sauna-Erweiterung in weite Ferne rücken. 

Erst im August dieses Jahre kam wieder Bewegung in die Sache. Man habe zusammen mit dem Ingenieurbüro Gößwald mit der Erstellung der Unterlagen für die Ausschreibung begonnen, berichtete Stadtbauamtmitarbeiter Sebastian Dietrich in der jüngsten Sitzung. Sollte der Stadtrat sein Okay geben, könnte die Ausschreibung über den Winter erfolgen und im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden. „Eine Eröffnung wäre dann zur Wintersaison 2015 möglich.“

Dietrich verschwieg allerdings nicht, dass die Kosten seit der letzten Planung noch einmal gestiegen waren. Statt 1,2 liege man nun bei rund 1,4 Millionen Euro. Als Gründe dafür nannte er die zu kalkulierenden Baukostensteigerungen von zwei bis drei Prozent, sowie die leicht geänderte Planung. So soll jetzt auch ein Kanal mitsaniert werden, der bislang nicht vorgesehen war. 

Hinzu kommen Mehrkosten durch die Umstellung von Elektro- auf Gas-Saunaöfen – eine Maßnahme, die sich im Betrieb auszahle, wie Kosian betonte. Der Vorstand des Kommunalunternehmens rechnete außerdem vor, dass man nun bei einer Eintrittspreiserhöhung von 1,50 Euro rund 29 Prozent mehr Besucher für „eine schwarze Null“ bräuchte. Er selbst gehe von 50 Prozent mehr Gästen aus. „Das ist realistisch.“ 

Noch einmal betonte Kosian, dass durch die Erlöse des profitablen Saunalands der defizitäre Badbetrieb subventioniert werde. 

Bei den Räten sorgten die wachsenden Kosten für Stirnrunzeln. „Der Weg wird immer steiler“, sagte Michael Eberle (CSU). „Hätten wir am Anfang diese Zahlen gehabt, weiß ich nicht, ob wir den Weg gegangen wären.“ Gleichwohl sei jetzt nicht der Moment, umzukehren, fügte er hinzu. 

Auch Siegfried Müller (ALS) ärgerten die Mehrkosten, sein Fraktionskollege Tobias Kalbitzer stellte gleich klar, dass er das Geld woanders besser investiert sehe. Robert Stöhr (CSU) hielt die Erweiterung dagegen für „ein wichtiges Projekt für Schongau“. 

Bettina Buresch (ALS) kritisierte die höheren Eintrittspreise und befürchtete eine „Luxus-Sanierung“. „Wir sollten auch für die Schongauer attraktiv bleiben.“ Dem trat Kosian vehement entgegen. „Großzügig, aber nicht luxuriös und verschwenderisch“ sei die Planung, betonte er. 

Nach der Abstimmung, die mit 20:4 Stimmen deutlich zugunsten der Erweiterung ausfiel, sieht es nun tatsächlich so aus, als würden im nächsten Jahr die Bagger am Plantsch rollen. Der Optimismus bei Kosian dürfte zurück sein.

Christoph Peters

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