Testen ja, kaufen nein

LEW-Marketing-Leiter Eckart Wruck (re.) übergab Peitings Bürgermeister Michael Asam den Schlüssel für den Fiat 500 MicroVett elektromobil. Foto: Peters

Von außen sieht der Fiat 500, den Peitings Bürgermeister Michael Asam am vergangenen Dienstag von den Lechwerken in Empfang nahm, wie jeder andere seiner Modellreihe aus. Der Unterschied tritt erst zutage, wenn man den Zündschlüssel herumdreht. Denn statt dem üblichen Motorenlärm hört der Fahrer nur das leise Surren des Elektromotors, welcher den Kleinwagen antreibt. Zwei Monate darf die Gemeinde Peiting den umgerüsteten Fiat ab sofort im Alltagsgebrauch testen. Das Energie-Unternehmen erhofft sich davon wertvolle Erkenntnisse im Umgang mit der Zukunftstechnologie.

Etwas skeptisch wirkte Asam schon, als er den Kleinwagen von der Nähe in Augenschein nahm. Vielleicht ahnte der Rathauschef da schon, dass die erste Ausfahrt nicht ganz unproblematisch verlaufen würde. Denn als sich der über 1,90 Meter große Bürgermeister mühsam hinter das Lenkrad geschwungen, den Zündschlüssel herumgedreht hatte und auf das Gaspedal trat, tat sich – nichts. Nach mehrmaligem Neustarten gab Asam verwirrt auf. Das Problem: Der Bürgermeister hatte schlicht vergessen, sich anzuschnallen. Denn ohne arretierten Sicherheitsgurt geht im Elektroauto der Zukunft nichts. Später drehte Asam dann doch noch erfolgreich eine Runde, was Eckart Wruck, Leiter E-Mobility bei den Lechwerken, erleichtert zur Kenntnis nahm. Bei der Probefahrt macht der kleine Flitzer tatsächlich richtig Spaß. Ist der eine Gang erst einmal eingelegt, muss der Fahrer nur noch Gas geben, schon surrt der Kleinwagen behende durch den Ort. Peiting ist nicht die erste Gemeinde, die in den Genuss des LEW-Elektroautos kommt. So konnte auch Landrat Friedrich Zeller das Gefährt bereits ausgiebig testen. Dieser zeigte sich davon so begeistert, dass er seinen Dienstwagen baldmöglichst gegen einen strombetriebenes Auto ersetzen will. Soweit geht Asam nicht. „Dafür fahre ich viel zu viel“, erklärte er. Nur 120 Kilometer kommt der Fiat mit einer Ladung, weshalb ihn die Gemeinde vor allem für Botenfahrten im nahen Umkreis einsetzen will. Jedoch selbst wenn sich der Fiat für diesen Zweck bewähren sollte, anschaffen werde man ihn nicht, sagte Asam – obwohl das Boten-Auto zum Jahresende ersetzt werden muss. Der Grund: der derzeitige horrende Preis von rund 45000 Euro. „Bei aller Liebe zur Umwelt, aber da stoßen wir an eine Grenze.“ Das wolle man mit der Aktion auch gar nicht erreichen, stellte Wruck klar. „Uns geht es darum, zu testen und Vorbehalte abzubauen.“ Noch stellen die LEW den Strom an ihren dreizehn E-Tankstellen im Versorgungsgebiet (eine davon in Schongau) daher kostenlos zur Verfügung. Zwischen 2,50 und 3 Euro kostet die Ladung für 100 Kilometer normalerweise, es ist ein Geschäftsfeld für die Zukunft. Das hat auch die Sparkasse erkannt, die rasch eine Spezialsteckdose zum Aufladen auf dem Parkplatz ihrer Peitinger Geschäftstelle installierte.

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