"Der Medicus vom Orient" und Historischer Markt beim Schongauer Sommer

Medizinische Wunder in Schongau

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Der Medicus untersucht die Kranken in Schongau.

Schongau – Am Freitag feierte der „Der Medicus vom Orient“ Premiere. Eine Komödie über die Leichtgläubigkeit und Hochnäsigkeit, über Liebe, Laster und medizinische Wunder des Mittelalters. Aufgeführt wird das Stück im Rahmen des Schongauer Sommers noch von Donnerstag bis Samstag.

Die Schongauer freuen sich. Zwar sind schon wieder Quacksalber in den Stadtmauern unterwegs, aber diesmal besteht immerhin die Aussicht, dass diese gehenkt und verbrannt werden. 

 „Dann wär‘ endlich mal was los in dem langweiligen Nest“, freuen sich die Bürger. Wäre da nicht ein Söldner, der gerade seinen Arm verlor und auch ansonsten nicht gerade gesund aussieht. Nach der Behandlung durch den Medicus (Bernhard Huber) kann er wieder in die Hände klatschen und sich des Lebens freuen.

Schongauer Sommer

Einen abgetrennten Arm versteht er zu reparieren. Könnte der Medicus dann nicht auch helfen bei schmerzenden Hämorrhoiden, einem wehen Zahn oder den Beschwerden, die vom Trinkgelage abhalten? Er könnte schon, doch einen Haken gibt es auf gut Bayerisch: das Diridari.

Das sollte das Problem nicht sein, finden die Bürger, die ihre Schmerzen los werden wollen, auch wenn sie dafür die Vollnarkose ertragen müssen – käme nicht just in diesem Moment die Herrschaft, allen voran Sieglinde zum hohen Zinken. Zum langen Zinken müsste es heißen, befindet des Medicus‘ Gehilfin, als man des „Gesichtserkers“ gewahr wird. Und ob man den wird heilen können... 

Bei der Hexe, die des Weges kommt, gelingt‘s, womit sich der Quacksalber ein bisschen Zeit erkauft, muss doch sein Wundertuch wieder Energie sammeln. Dieses hat er angeblich beim Kartenspiel von einem Scheich im Orient gewonnen und kann mit ihm alle Leiden heilen. 

Auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz können die Besucher zwei Stunden mitfiebern, wie die Geschichte des „Gaunerpärchens“ ausgehen wird. Hat der Fürst doch zum Schutz seinen Henker abgestellt, den Medicus zu bewachen. Plötzlich häufen sich die Heilungen, der Medicus hilft einem Baby auf die Welt, obwohl die Schwangerschaft nur drei Monate gedauert haben kann. Er wendet die Narkose erfolgreich an beim Zahnschmerz und kuriert den bettlahmen Henker. 

Doch seinem Schicksal scheint er dennoch nicht zu entgehen, sieht man den Medicus schon auf dem Henkersstuhl. Wäre da nicht Leopold, der Gehilfe des Baders, den zwar keiner kennt, der dafür aber umso einfallsreicher ist und nicht nur lange Zinken und abgeschlagene Arme heilen kann, sondern auch noch weiß, wie man Tote quasi wieder ins Leben zurückholen kann.

Muss eine Komödie ein Happy End haben? Wie die Geschichte letztlich ausgeht,das gibt es in Schongau noch die ganze Woche über zu sehen. Am Donnerstag, Freitag und Samstag, jeweils um 20 Uhr, wird der „Medicus vom Orient“ nochmal aufgeführt. Karten sind an der Abendkasse erhältlich. 

Es war am Freitag in doppelter Hinsicht eine Premiere, die Spielleiter Bernhard Huber auf die Bühne gebracht hat. Zum ersten Mal war es eine mittelalterliche Komödie – historisch nicht ganz korrekt, sieht man von den Heilmethoden ab, mit denen etwa die Zahnschmerzen behandelt werden. 

Die Premierenbesucher hätten wohl Tinkturen gegen die Sonne und Hitze gebraucht, doch dafür gab es Humpen mit Bier und andere Getränke auf dem einladenden Marktplatz. Denn dort ist der historische Markt aufgebaut, der zum Schlemmen, Staunen und Ratschen einlädt. Dieser hat bis Sonntag täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet.

Von Oliver Sommer

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