Tiefpunkt geschafft – Wirtschaftsprofessor referiert in Schongau

„Wie geht es weiter nach der Krise?“ Diese Frage stellte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Professor Dr. Wolfgang Wiegard, der einer Einladung des Informationskreises der Wirtschaft gefolgt war.

In 15 Thesen legte der Wirtschaftsexperte dar, wie der jetzige Zustand ist und ging zugleich intensiv auf die Ausblicke ein, die unser Land in den kommenden Jahren erwartet. „Deutschland war 2009 von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders stark betroffen, denn unsere Wirtschaft ist stark vom Export geprägt“, beschied Wiegard. „Aber: Wir kommen besser aus der Krise als die meisten anderen europäischen Staaten.“ Immerhin um fünf Prozent brach die Wirtschaft als Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise im vergangenen Jahr ein. Für dieses Jahr ist bereits mit einem Wachstum von 1,6 Prozent zu rechnen. „Wir haben den Tiefpunkt durchschritten, aber die Krise in ihrer ganzen Dimension wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen“, prophezeite Wiegard. Frühestens 2013 wird das frühere Niveau wieder erreicht sein. Ein Lob sprach der Professor der früheren großen Koalition aus, die durch ihr rasches Handeln mit den verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen wie der Abwrackprämie dazu beigetragen hatte, dass der Aufschwung wieder einsetzte. Keine guten Noten indes gab er der amtierenden Regierung, da diese bisher zu wenig Willen und Struktur hinsichtlich einer positiven und nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung gezeigt habe. „Wir müssen runter vom hohen Schuldenstand, damit nachkommende Generationen nicht zu sehr belastet werden“, argumentierte der Wirtschaftsweise. Nachdrücklich betonte Wiegard, dass sowohl geeignete finanz- und geldpolitische Maßnahmen als auch die Steuerung der internationalen Finanzmärkte das Maß aller Dinge sein müssten. Zudem müsse eine wirksame Wachstumspolitik, die sowohl die Bildung als auch Innovationen und die aktive Unterstützung des Standortes Deutschland beinhalteten, rasch umgesetzt werden. Nur wenn es gelänge, die enorme Staatsverschuldung zu reduzieren und gleichzeitig Staatsausgaben zu kürzen, sei mit einer deutlichen Besserung der Lage zu rechnen.

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