Übernahme trotz Krise – Zehn Auszubildende erhalten bei "Hoerbiger" Arbeitsverträge

In den krisengebeutelten Zeiten, in denen „Hoerbiger“ mit Jobabbau und Ausgliederung mancher Bereiche nach Polen in Verbindung gebracht wird, hat das Unternehmen positive Nachrichten: Es übernimmt zehn Auszubildende.

Neun von ihnen erhielten einen befristeten Einjahresvertrag, eine Auszubildende einen unbefristeten Vertrag. „Ich bin sicher, dass wir einige von ihnen auch in zwei bis drei Jahren hier sehen“, sagte Ludwig Schönefelder bei einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag. Dass dieser Termin als Reaktion auf die Demonstration am Samstag kurzfristig einberufen wurde, wies er zurück. „Viele der Auszubildenden haben ihre letzte Prüfung am Mittwoch gehabt“, erklärte er. Mit der Übernahme wolle der Konzern ein „klares Signal setzen“, stellte Dr. Siegmar Schlagau, Leiter des Unternehmensbereiches Antriebstechnik und Mitglied der Konzernleitung, klar. Die Forschung und Entwicklung – „hochqualifizierte Stellen“, laut Schönefelder – bleibe vor Ort. Dennoch, so Schlagau, sei die Ausgliederung der Montage bei „Hoerbiger Automotive Komfortsysteme“ nach Polen ein notwendiger Schritt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. „Das ist hier zu teuer“, bestätigte Schönefelder. Doch nicht erst durch die Wirtschaftskrise habe die Unternehmensleitung diese Erkenntnis gehabt. Das sei auch vorher schon ein Thema gewesen. Die Krise habe das beschleunigt. Bei der Vorstellung der übernommenen Auszubildenden wurde deutlich, dass „Hoerbiger“ ein Arbeitgeber für die gesamte Familie sein kann. So arbeitet die Familie von Tobias Schmoldt bereits in der dritten Generation bei „Hoerbiger“. Der Industriekaufmann ist während seiner Studienzeit zu dem Unternehmen gekommen. „So habe ich die Leute und Abläufe kennengelernt. Ich denke, das ist besser für eine Firma, als ein totaler Neueinsteiger“, sagte Schmoldt. Dem stimmte Schlagau zu. Für viele war der Ruf „Hoerbigers“ ausschlaggebend. „Die Firma hat ein super Image. Mein Papa arbeitet auch hier, und er ist immer zufrieden“, bestätigte Industriekauffrau Susanne Lindner. Durch die Empfehlung von Freunden befasste sich Matthias Andrä, Werkzeugmechaniker in der Stanz- und Umformtechnik, mit der Firma: „Ich habe erst eine Schreinerlehre gemacht und wollte dann zu einem Großkonzern. Hier passt das Image.“ Zu den übernommenen Azubis gehören Bastian Höldrich, Maschinen- und Anlagenführer; Susanne Lindner, Industriekauffrau; Felix Mayr, Maschinen- und Anlagenführer; Christoph Pfeiffer, Technischer Zeichner; Tobias Auhorn, Industriekaufmann.

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