Umweltinitiative Pfaffenwinkel, eine Erfolgsgeschichte von Optimisten

Einen runden Geburtstag feierte dieser Tage die „Umweltinitiative Pfaffenwinkel“ (UIP). Seit 25 Jahren setzen sich engagierte BürgerInnen für die Belange des Naturschutzes ein und schon oft konnte der 400 Mitglieder starke Verein auf Missstände in Sachen Umweltschutz in der Region hinweisen.

Die „Umweltinitiative Pfaffenwinkel“ hatte zur Feier in den Ballenhaussaal nach Schongau geladen und zahlreiche Vereinsmitglieder, Regionalpolitiker und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung füllten diesen bis auf den letzten Platz aus. Als Gastredner waren Filmemacher und Buchautor Dieter Wieland sowie Hubert und Beate Weinzierl geladen worden. „Den politischen Würdenträgern wird in Sachen Umweltkompetenz immer weniger zugetraut“, bemerkte Vereinsvorstandsmitglied und Pressesprecher Hans Schütz und verwies darauf, dass stattdessen so genannten Non-Governmental Organizations – also Nichtregierungsorganisationen – wie beispielsweise Greenpeace oder der Bund Naturschutz, immer mehr Beachtung und Vertrauen von der Bevölkerung geschenkt werde. Hierauf verwies auch Festredner Hubert Weinzierl. Seit mehr als 50 Jahren setzt sich dieser für die Belange der Umwelt und des Naturschutzes ein und zählt zu den renommiertesten Umweltaktivisten Deutschlands. Weinzierl, der unter anderem Präsident des Deutschen Naturschutzringes und Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ist, erzählte von Erlebnissen, die er in den vergangenen Jahrzehnten im Naturschutz hatte. „Naturschützer ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, befand Weinzierl und beschied der „Umweltinitiative Pfaffenwinkel“, ihr Wirken sei „eine Erfolgsgeschichte von Optimisten“. Viel Lob fand auch seine Frau Beate, die von ihren Erlebnissen berichtete, die sie auf dem Bauernhof ihres Mannes hatte. Seit langem leitet Beate Weinzierl, studierte Theologin und Journalistin, das Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden in Niederbayern. „Ich möchte Lust machen, dass sie weiter machen“, sagte Beate Weinzierl zu den Mitgliedern der „Umweltinitiative Pfaffenwinkel“ und fügte an: „Ich weiß, dass Negativerfahrungen nicht ausbleiben – aber das gehört dazu. Wenn man aber weiß, für was man sich einsetzt, kann man diese gut ertragen“. „Wo wären wir ohne sie?“, fragte Festredner Dieter Wieland in die Runde. Der aus dem Bayrischen Rundfunk bekannte Filmemacher und Buchautor entführte die Zuhörer in seiner Rede in die Welt des praktizierten Naturschutzes und die damit einhergehenden Irrungen und Wirrungen deutscher Umweltpolitik. 25 Jahre lang habe die UIP eine „unbezahlbare Informations- und Aufklärungsarbeit“ geleistet, sagte Weinzierl, der den Umweltaktivisten aus dem Pfaffenwinkel eine hervorragende Arbeit bescheinigte und mit Lob nicht sparte. Gleichzeitig forderte er seine Zuhörer auf, nicht inne zu halten: „Es wird viel geredet und wenig getan“, merkte Wieland nachdenklich an und bedauerte ausdrücklich, dass für viele „der Weg vom Kopf zur Hand leider zu oft der längste aller Wege ist“. Noch immer, so der Filmemacher, läge vieles im Argen. Dennoch sei es wichtig, weiter zu machen, denn es sei auch einiges erreicht worden. So zum Beispiel die hervorragende Aufklärungsarbeit während der Tschernobylkatastrophe durch die Mitglieder des Vereines oder der Einsatz gegen eine Müllverbrennungsanlage im Landkreis Weilheim-Schongau. „Wir können es nur miteinander schaffen“, lautete Wielands Credo, der in den Sitzreihen des Ballenhauses zu viele „graue Köpfe“ zu erkennen vermochte. „Sammeln sie mehr junge Menschen“, forderte er abschließend und ergänzte: „Feiern sie heute, aber packen sie morgen wieder an.“

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