"Unser Dorf soll schöner werden"

Böbing ist bereit für das Finale

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Beim Besuch der Landeskommission schien vor einem jahr die Sonne. Bürgermeister Peter erhard hofft auf ähnlich schönes Wetter, wenn am Montag in einer Woche die Bundes-Jury Böbing unter die Lupe nimmt.

Böbing – So langsam rückt der entscheidende Tag für Böbing näher: Am Montag in einer Woche erwartet das Dorf die Jury des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ zum Rundgang.

Die Vorbereitungen für die Veranstaltung des Jahres der kleinen Gemeinde laufen seit Wochen auf Hochtouren – schließlich will sich der Ort von seiner besten Seite zeigen. Sogar die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher-schutz, Ilse Aigner (CSU), hat ihren Besuch angekündigt. 

Bürgermeister Peter Erhard bleibt in diesen Tagen nicht viel Zeit für jene Dinge, die ein Gemeindeoberhaupt normalerweise so beschäftigen. Das verwundert nicht, wirft doch ein Ereignis bereits seine Schatten voraus, dass Seltenheitswert hat für so eine kleine Gemeinde wie Böbing: Das Bundesfinale des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden.“ 

 Als eines von 345 Dörfern in Bayern hatte sich die 1800-Seelen-Kommune 2010 beim Kreisentscheid beworben. Was folgte, ist eine Erfolgsgeschichte. Böbing gewann sowohl den Kreis- als auch den Bezirksentscheid und beeindruckte im vergangenen Jahr schließlich die Landeskommission derart, dass diese die oberbayerische Gemeinde gemeinsam mit Mürsbach (Landkreis Bamberg) und Sommerach (Landkreis Kitzingen) zum Sieger des Landesentscheid kürte. Nun also steht das große Bundesfinale an. 

Eine 15-köpfige Jury wird am Montag in einer Woche zum Rundgang durch Böbing erwartet. Es ist der Auftakt einer dreiwöchigen Reise durchs Bundesgebiet, an deren Ende das Gremium den Sieger der 24 Finalisten bekanntgeben wird. Weil in Böbing der Startschuss fällt, hat auch Bundesministerin Ilse Aigner ihren Besuch angekündigt. Sie will das neue Wettbewerbslogo enthüllen. 

 Das alles sei natürlich eine besondere Ehre, sagt Erhard erfreut, schließlich stehe seine Gemeinde dadurch noch mehr im Rampenlicht als es allein die Rolle als Finalist mitgebracht hätte. Damit am entscheidenden Tag nichts schiefgeht, haben die Böbinger nichts dem Zufall überlassen. Seit Monaten bereitet sich das Dorf vor. An allen Ecken und Enden wurde gewerkelt, verschönert, instandgesetzt. Professionell sei das alles abgelaufen, berichtet der Bürgermeister stolz. 

Neu erfunden werden musste das Rad freilich nicht. „Wir konnten auf unsere Erfahrungen mit den bisherigen Entscheiden zurückgreifen.“ Nur die Gruppe jener, die sich aktiv einbringe, sei größer geworden, sagt Erhard. Der harte Kreis bestehe aus 20 Leuten, „aber an manchen Abenden sind wir zu vierzigst zusammengesessen“. Am 6. Juni, also vier Tage vor dem Tag X, ist das vorerst letzte Treffen geplant, dann wird auch das Wetter eine wichtige Rolle spielen. Je nach Vorhersage müsse man das Programm ändern, erklärt das Gemeindeoberhaupt. 

Das steht derweil schon bis ins kleinste Detail. Los geht es wie bei den vorangegangenen Jury-Besuchen am Gemeindehaus, wo die Kommission mit Blasmusik und Böllerschüssen empfangen wird. Der anschließende Rundgang führt zur Schule, zum Schreiberhaus und Kirchplatz. Nach der Besichtigung der Kirche geht es über Raiffeisenhaus und Landgasthof zum Feuerwehrhaus. 

Dort wartet laut Erhard eine Neuerung gegenüber den vorangegangenen Rundgängen: Erstmals habe man eine kleine Gewerbepräsentation organisiert, erklärt der Bürgermeister. „Wir wollen zeigen, dass man hier nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten kann.“ Anschließend geht es noch zum Kinderheim, ins Neubaugebiet, zum Pfarrhof und schließlich zurück zum Gemeindehaus, wo der Rundgang der Kommission endet. Ein Teil der Jury fährt zudem die Außenbereiche Böbings ab, um das Dorf in der Landschaft zu begutachten. 

Läuft alles nach Plan, wird Ilse Aigner um 15 Uhr in Böbing eintreffen. Eine Dreiviertel Stunde Programm habe man sich für die Ministerin überlegt, sagt Erhard, dem wichtig ist, dass Aigner auch „für die Bürger greifbar“ sei. Eineinhalb Stunden ist für den Besuch Aigners eingeplant, der den Abschluss des Tages bildet. 

Ob Böbing sich auch im Vergleich mit den anderen Dörfern auf Bundesebene wacker schlägt, wird sich spätestens am 28. Juni zeigen, wenn das Endergebnis veröffentlicht wird. „Auf Augenhöhe“ mit den Mitstreitern sieht Erhard sein Dorf allemal. Ob man ganz vorne lande, sei zudem gar nicht so wichtig. „Der Wettbewerb ist eine Plattform, um zeigen zu können, dass sich Dörfer gegen die großen Zentren behaupten“, sagt er. 

Seine Gemeinde habe schon jetzt ungemein vom Wettbewerb profitiert. An vielen Stellen sei Hand an Dinge gelegt worden, die schon länger gemacht gehört hätten. Nicht zuletzt sei der Zusammenhalt im Dorf „enorm gewachsen“. Erhard ist sich deshalb sicher, dass am 10. Juni alle Bürger auf den Beinen sein werden, um die Kommission zu begleiten. „Das schwierigste wird daher sein, den Zeitplan einzuhalten“, meint er. 

Egal, wie der Wettbewerb am Ende ausgeht, eines steht jetzt schon fest. Wenn die Preisträger am 24. Januar im Rahmen der Grünen Woche in Berlin geehrt werden, wird auch eine Böbinger Delegation vor Ort sein. „Das lassen wir uns nicht nehmen“, verrät das Gemeindeoberhaupt.

Christoph Peters

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