Verkehrsanbindung Lechvorstadt

Große Lösung theoretisch möglich

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Der enge Bürgersteig am Hafeneder-Haus ist eine von zwei besonderen Gefahrenstellen an der Lechvorstadt-Kreuzung.

Schongau – Schneller als erwartet hat sich der Schongauer Stadtrat wieder mit der Verkehrsanbindung der Lechvorstadt beschäftigt. In der jüngsten Sitzung präsentierte Ulrich Glöckl vom beauftragten Münchner Büro Transver eine erste Analyse der vielbefahrenen Kreuzung.

Die gute Nachricht: Eine großräumige Lösung ist machbar. Die schlechte: Sie wird dauern. Es war nicht das erste Mal, dass der Verkehrsknoten vor der Lechvorstadt genauer unter die Lupe genommen wurde. Schon 2005 hatte UPM ein Gutachten in Auftrag gegeben, 2010 beschäftigte sich Transver für den Papierhersteller erneut mit der schwierigen Situation. Eine empfehlenswerte Lösung für den Schwerverkehr sei beide Male nicht gefunden worden, sagte Glöckl. Die Vorschläge hätten von einer zusätzlichen Lechbrücke über Kreisverkehr bis zu einer eigenen Anbindung der Papierfabrik durch den Doswald gereicht. 

Das Problem ist laut dem Gutachter denn auch gar nicht der viele Verkehr auf der ehemaligen Bundesstraße – immerhin bis zu 18000 Fahrzeuge pro Tag. Denn die Kreuzung sei „kein überlasteter Knotenpunkt“, schilderte der Experte. Stau würde nur durch die Ampeln an den Bahnübergängen und der UPM-Einfahrt entstehen. Mehr als die Autofahrer seien die Fußgänger betroffen, die von der Lechvorstadt in Richtung Altstadt wollen. 

 Zwei Stunden lang haben Glöckl und seine Kollegen an einem Vormittag die Situation beobachtet und Passanten befragt. Was sie zu sehen und hören bekamen, war wenig erbaulich. Nur wenige Erwachsene würden die vorhandenen Fußgängerverbindungen unterhalb der Lechbrücke und über die Ampel am Bahnhof benutzen, berichtete Glöckl. Das liege zum einen daran, dass es sich bei beiden Möglichkeiten um einen Umweg handle. Zum anderen würde die Benutzung der Fußwege durch viele Dinge erschwert. 

In Richtung Bahnhof etwa sei der Bürgersteig entlang des Hafeneder-Hauses so schmal, dass Frauen mit Kinderwagen aus Angst vor Lkws auf eine Lücke im Verkehr warten würden, ehe sie ihn benutzen. Der Gehweg in die andere Richtung sei vor dem Lechwirt oft zugeparkt, dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssten. „Das führt dazu, dass sich viele für den direkten und gefährlichen Weg über die Kreuzung entscheiden“, stellte der Experte fest. 

Eine Lösung hatte Glöckl noch nicht parat. Da sich bis auf die Gleisanlage alle Flächen der Kreuzung in Besitz der Stadt oder des Freistaats befinden, seien die Voraussetzungen, eine ebensolche zu finden, jedoch gut, betonte Glöckl. Als nächstes will der Experte im Juni die Anwohner befragen, um anschließend kurz- und langfristige Maßnahmen zu erarbeiten. Auch soll eine neue Verkehrszählung durchgeführt werden, um aktuelle Zahlen zu erhalten. 

Im Gremium sahen sich die Stadträte durch die Bank durch die erste Analyse in ihrem Vorgehen bestätigt. „Das muss endlich angegangen werden“, forderte SPD-Fraktionschef Robert Bohrer. Ins gleiche Horn stieß auch Peter Blüml. Seit Jahren werde diskutiert, jetzt müsse schnell gehandelt werden, sagte der CSU-Stadtrat: „Auch wenn eine große Lösung viel Geld kostet.“

Christoph Peters

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