Verlegung nach Oldenburg verzögert sich

Hoffnungsschimmer am Horizont für Fallschirmjäger?

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Führten lange Gespräche über die Strukturreform der Bundeswehr: Kommandant Oberst Ferdinand Baur, Staatssekretär Christian Schmidt, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Bezirksrat Harald Kühn, Altenstadts Bürgermeister Hadersbeck (v. li.).

Altenstadt – Wohin geht die Luftlande- und Lufttransportschule? Diese Frage schien eigentlich geklärt, seit Verteidigungsminister Thomas de Maizière Oktober 2011 die Strukturreform der Bundeswehr vorstellte. Im weit entfernten Oldenburg sollen die Fallschirmjäger demnach eine neue Heimat finden. Doch das letzte Wort ist anscheinend noch nicht gesprochen.

Wieder einmal hatte sich jüngst hoher Besuch in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne angekündigt. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erschien in Begleitung des Parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesverteidigungsministeriums, Christian Schmidt. Anlass der Stippvisite: Natürlich die Bundeswehrreform.

Anfang 2012 war Schmidt schon einmal in Altenstadt gewesen, um die Entscheidung seines Ministers zu erklären, die in Altenstadt für große Bestürzung gesorgt hatte. Zwar stand schon damals fest, dass der Standort entgegen ersten Absichten erhalten bleiben würde, doch am Abschied der Fallschirmjäger wurde nicht mehr gerüttelt. Stattdessen sollte Altenstadt die Feldwebel-Ausbildung bekommen. Dobrindt und andere CSU-Politiker feierten dies als Erfolg, in der Kaserne machte man eher gute Miene zum bösen Spiel, schließlich war damit das Ende einer langen Tradition besiegelt. 

Doch so sicher wie vor eineinhalb Jahren scheint der Umzug der Luftlande- und Lufttransportschule nach Oldenburg nicht mehr zu sein. Zwar betonte Schmidt, dass am beschlossenen Standortkonzept nichts mehr geändert werde. Jedoch musste der Staatssekretär einräumen, dass „die Dinge im Augenblick nicht schnell vorangehen.“ Dass liege daran, dass der Bundesrechnungshof Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Verlegung geäußert habe. Aus diesem Grund könne derzeit nicht mit dem Bau der nötigen Unterkünfte und Einrichtungen in Oldenburg nicht begonnen werden, erklärte Schmidt. 

Da auch noch der Rechnungsprüfungsausschuss darüber befinden müsse und dieser erst nach der Bundestagswahl, also frühestens Ende des Jahres, wieder zusammen komme, liege der Umzug vorerst auf Eis. „Solange wir nicht die gleiche Qualität der Ausbildung wie in Altenstadt sicherstellen können, wird nichts verlegt“, betonte Schmid, der angesichts der ausstehenden Entscheidungen und Baumaßnahmen frühestens 2016 mit dem Beginn der Verlagerung rechnet. 

Ob es dann allerdings wirklich für die Fallschirmjäger nach Oldenburg geht, daran scheint es innerhalb der Bundeswehr bereits ernsthafte Zweifel zu geben. Laut Dobrindt wird intern überlegt, die Springerausbildung komplett ins Ausland zu verlegen. Ziel könnte nach KREISBOTEN-Informationen die französische Springerschule in Pau sein. 

Das jedoch sei „nicht akzeptabel“, machte der CSU-Generalsekretär klar. Wenn Oldenburg plötzlich nicht mehr als geeignet gelte, könne nicht nach einem viert- oder fünftbesten Standort gesucht werden. „Dann wäre ein Verbleib in Altenstadt die richtige Konsequenz.“ Schmidt wies in diesem Zug darauf hin, dass es „keine entscheidungsreife Vorlage“ gebe. Eine Änderung der Standortentscheidung stehe derzeit nicht zur Debatte, verwies er noch einmal auf das gültige Konzept. Klar sei aber auch: „Letztendlich entscheidet die Qualität.“

Christoph Peters

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