Versorgung auf kürzestem Weg – Krankenhaus Schongau ist zertifiziertes Mitglied im Traumanetzwerk München-Oberbayern Süd

Der hochmoderne Schockraum soll die rasche Erstversorgung sichern. V. li.: Dr. Jürgen Streit (Oberarzt), Dr. Ruprecht Freiherr von Welser (Chefarzt und ärztlicher Direktor), Klaus Lederer (Funktionsoberarzt der chirurgischen Kliniken), Dr. Wolfgang Ellinger (Oberarzt), Elisabeth Ulmer (Geschäftsführerin) und Reinhard Wendland (Pflegerische Leitung). Foto: Jungwirth

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ANTON JUNGWIRTH; Schongau – „Wir sind uns sicher, dass mit dem Traumnetzwerk das hohe Niveau der Unfallversorgung in unserer Region gehalten und ausgeweitet wird“, sagte Dr. Ruprecht Freiherr von Welser, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Krankenhäusern Schongau und Weilheim. Seit Mitte Dezember ist durch die Zertifizierung der Klinik zum Traumanetzwerk für schwer verletzte Unfallopfer ein wichtiger Schritt zu einer noch rascheren Versorgung getan worden. Das Traumanetzwerk München-Oberbayern Süd ist ein Zusammenschluss von drei überregionalen, neun regionalen und dreizehn Traumazentren und bietet die Voraussetzung, dass für lebensgefährlich verletzte Unfallopfer eine bestmögliche Versorgung gewährleistet ist. Schongau – „Die Verlegung von schwer verletzten Unfallopfern kann jetzt auf kürzestem Wege organisiert werden. Bisher hatten wir dabei immer wieder große Probleme und es lief die Zeit davon“, sagte Dr. Ruprecht Freiherr von Welser. „Wir sind einer der Ersten, die zertifiziert wurden und deutschlandweit im vorderen Drittel“, ist der Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Krankenhäusern Schongau und Weilheim überzeugt. Der Anstoß zu dem Projekt „Traumanetzwerk“ erfolgte 2007 durch die Bundesregierung, die die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie beauftragt hatte, ein solches Instrument zu etablieren. Jetzt, gut drei Jahre später, sind die erforderlichen Schritte umgesetzt worden und das Krankenhaus Schongau ist Mitglied des Traumanetzwerks. Dabei entscheidet immer die erstbehandelnde Klinik, ob der Patient vor Ort weiter versorgt wird oder verlegt werden muss. Die nächst übergeordneten Kliniken – das Klinikum der Universität München und die Unfallklinik Murnau – müssen dann dafür sorgen, dass das Unfallopfer aufgenommen und adäquat versorgt wird. Dass Schongau nun zertifiziert werden konnte, war nicht einfach, denn es mussten eine Reihe von Faktoren erfüllt sein: Neben einem geeigneten Schockraum muss der Hubschrauberlandeplatz in direkter Nähe liegen. Röntgengerät oder Blutbank müssen den von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie geforderten Maßstäben genügen. „Wir waren bereits sehr gut ausgestattet und haben nun unseren Schockraum noch etwas aufgerüstet“, erläuterte Reinhard Wendland, Leiter der Notfallaufnahme am Krankenhaus Schongau. So stehen rund um die Uhr im Schockraum ein Röntgen- sowie ein Ultraschallgerät zur Verfügung. Auch wurde das Notfallinstrumentarium mit Zusatzausrüstung ergänzt. „Die Prüfung dauerte den ganzen Tag – dieses Audit war gar nicht leicht“, verdeutlichte Freiherr von Welser und betonte, dass alles auf die Unfallchirurgie abgestimmt worden sei. 13 Treffen mit den Chefs der Unfallabteilungen der verschiedenen Krankenhäuser mussten stattfinden, bis alle erforderlichen Punkte besprochen und strukturiert worden waren. „Damit ist das Krankenhaus Schongau wieder ein Stück zukunftsfähiger und wir werden nicht aufhören, diesen Prozess voran zu treiben“, bekräftigte die Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH, Elisabeth Ulmer.

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